Was lernen Schüler weltweit über den Holocaust?
27.01.2014 Artikel
Was lernen Kinder weltweit über den Holocaust? Das will ein Projekt der Unesco wissen, an dem auch das Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung aus Braunschweig beteiligt ist. Heute sollen in Paris erste Ergebnisse vorgelegt werden.
Nur in der Hälfte der untersuchten Staaten sei der Holocaust in den Lehrplänen aufgeführt - und das teilweise mit merkwürdigen Formulierungen, berichtet SPIEGEL ONLINE vorab. So werde etwa der Mord an den europäischen Juden in Ländern des Nahen Ostens "entweder ausgeblendet, nur teilweise erklärt oder mit unscharfen Begriffen gekennzeichnet". Und indische Schulbuchautoren, die der rechtskonservativen Hindu-Parteien nahestünden, priesen gar die "kompromisslosen nationalen Ideale" der Nazis und verschwiegen den Holocaust.
Und wie sieht es in Deutschland aus? Hier seien, wie in anderen Industrieländern auch, eigenständige Unterrichtseinheiten vorgesehen - ein Modell, das die Schulbuchforscher favorisierten, heißt es in dem Beitrag. Aber es hapere an fachlichen und sprachlichen Details und Schüler und Lehrer könnten nicht sicher sein, dass der neueste Forschungsstand berücksichtig werde.
"Schulbücher haben eine große Macht: Wenn sie manipuliert sind, können sie in den Köpfen junger Menschen Hass säen und ethnische, kulturelle, religiöse oder politische Konflikte anfachen. Im besten Fall dienen sie aber der Aufklärung und der Konfliktbewältigung – dann lassen sie Schüler stark werden", hatte das Georg-Eckert-Institut zum Start des Projekts erklärt.
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