Studie

Weltweit in die Zukunft der Kinder investieren

Die Furcht vor einer verlorenen Generation in den ärmsten Ländern der Welt kann durch eine Investition von 50 Milliarden Dollar zerstreut werden und 136 Millionen Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Zu diesem Ergebnis kommt Save the Children in der neuen Studie "Save Our Education Now". 

12.01.2021 Bundesweit Pressemeldung Save the Children Deutschland e.V.
  • © Brocreative/Shutterstock

In den 59 ärmsten Ländern der Welt würden im Durchschnitt 370 Dollar pro Kind ausreichen, damit die Kinder, die dort wegen der Pandemie nicht mehr zur Schule gehen, wieder einen geregelten Unterricht erhalten. Im vergangenen Juli hatte Save the Children vor einem globalen Bildungsnotstand gewarnt, da fast 10 Millionen Kinder wegen Covid-19 für immer der Schule fernbleiben könnten. Neben fehlenden Investitionen in Bildung sind Armut und Konflikte Gründe, die Kindern die Rückkehr zur Schule erschweren. 

Hinzu kommt, dass viele Regierungen der Gesundheitsversorgung Vorrang einräumen, um die zweite Welle der Pandemie zu bekämpfen. Save the Children appelliert deshalb an internationale Geber und die nationalen Regierungen, gezielt Maßnahmen für eine Rückkehr zu einem geregelten Unterricht zu finanzieren. Priorität sollten die ärmsten und am meisten ausgegrenzten Kinder wie Mädchen, Flüchtlinge und Binnenvertriebene sowie Kinder mit Behinderungen haben. 

"Wenn 2020 das Jahr war, in dem der Covid-19-Impfstoff gefunden wurde, dann muss 2021 das Jahr der Investition in die Zukunft der Kinder sein", sagt die Vorstandsvorsitzende von Save the Children, Susanna Krüger. "Ohne Bildung hätten wir nicht den Erfolg der Impfstoffe und die Aussicht auf eine sicherere Welt. Kinder, die derzeit nicht in die Schule gehen, werden aber daran gehindert, unsere zukünftigen Ärztinnen, Wissenschaftler, Lkw-Fahrer oder Klempnerinnen zu werden. 

Kinder, die nicht zur Schule gehen, versäumen nicht nur eine Ausbildung, sondern sind auch anfällig für Kinderarbeit, Kinderheirat und andere Formen des Missbrauchs. Als Folge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise warnt Save the Children vor einem dramatischen Anstieg von Kinderehen und Teenagerschwangerschaften. 

Untersuchungen von Save the Children haben ergeben, dass geflüchtete Kinder häufiger als andere Mädchen und Jungen die Schule abbrechen, und zwar aufgrund von wirtschaftlicher Not und weil Flüchtlinge oft von den nationalen Bildungsmaßnahmen ausgeschlossen werden. In einer kürzlich vorgenommenen Umfrage in den Lagern Al Hol, Roj und Areesha im Nordosten Syriens, wo mindestens 5500 Kinder nicht mehr zur Schule gehen, führten 79% der Lehrkräfte die Schulabbrüche auf wirtschaftlichen Druck zurück: Viele geflüchtete Kinder müssen arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. 

In Uganda sind trotz der Wiedereröffnung einiger Schulen immer noch mehr als 13 Millionen Kinder seit Ende März letzten Jahres nicht zur Schule gegangen, darunter 600.000 Flüchtlingskinder. Die Folgen sind schon jetzt messbar: Im nördlichen Bezirk Nwoya haben sich nach Behördenangaben die Fälle von Teenagerschwangerschaften und Kinderehen verdoppelt; die Rate der Kinderarbeit hat sich zwischen April und Juni letzten Jahres verdreifacht. Da diese Probleme oftmals nicht gemeldet werden, ist das wahre Bild wahrscheinlich weitaus ernster. 

"Das vergangene Jahr hat uns nicht nur mit einer Gesundheits- und Wirtschaftskrise konfrontiert, sondern auch mit der größten Bildungskrise der letzten Jahre", sagt Susanna Krüger. "Eine gemeinsame Kraftanstrengung für die Bildung der Kinder weltweit muss deshalb Priorität haben". 
Save the Children fordert internationale Geber und Regierungen auf, fünf Schritte zu unternehmen, die den Kindern die Rückkehr zur Schule erleichtert: 

  • Finanzielle Unterstützung für die ärmsten Familien der Welt, damit sie ihre Kinder vor Krankheiten schützen und sie wieder am Unterricht teilnehmen lassen können 
  • Nachholklassen für Schüler, die offiziell wieder in die Schule zurückkehren 
  • Wasser-, Sanitär- und Hygieneeinrichtungen in Schulen, um die Ansteckungsrisiken für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und ihre Familien mit dem Coronavirus zu reduzieren 
  • Nationale Kommunikationskampagnen, um die Gemeinden darüber zu informieren, dass eine Rückkehr zur Schule für die Kinder sicher ist 
  • Effiziente Schulungen für Lehrkräfte zu Covid-19-Präventionsmaßnahmen für Lehrkräfte. 

Bericht "Save Our Education Now"


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