Weniger Abiturienten wollen studieren

(bikl) Gestern noch konnten deutsche Bildungspolitiker zumindest verhalten optimistisch sein, hatte doch die OECD bescheinigt, dass Deutschland in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich der Bildungs-Systeme aufgeholt hat. Ein Beleg: Der Anteil der Hochschulabsolventen war innerhalb von fünf Jahren von 16 Prozent eines Jahrgangs auf 19,5 Prozent gestiegen. Doch jetzt trübt ein dicker Wermutstropfen diesen Optimismus, denn zum ersten Mal seit Jahren ist wieder ein Rückgang der Studienanfänger-Zahlen in Deutschland zu verzeichnen.

14.09.2005 Artikel

Mitverantwortlich für diese Entwicklung, so steht es laut dpa in einem internen Papier der Kultusministerkonferenz (KMK), sei die Debatte über Studiengebühren. Als weiterer Grund werde in der KMK-Analyse angegeben, dass viele Hochschulen ihre Fächer mit einem internen Numerus clausus (NC) belegt haben.

Experten halten es zwar für verfrüht, von einem Trend zu sprechen und allein die Gebührendebatte für den Rückgang der Studentenzahlen verantwortlich zu machen. Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde erklärte allerdings gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass sich die Debatte über Studiengebühren "sicher nicht förderlich auswirke".

Ähnlich äußerte sich der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss: "Der nun seit Jahren erstmalige Rückgang der Studierendenzahlen ist ein ernstes Warnsignal."

Für die jungen Menschen in Deutschland werde immer klarer, dass: Studiengebühren und BAföG-Abschaffung zu Schuldenbergen von 60.000 bis 90.000 Euro führten und so die Chancengleichheit beim Hochschulzugang gefährdeten.

Das Papier dürfte in der KMK noch für heftige Diskussionen sorgen, hatten CDU-regierten Länder doch einen Zusammenhang zwischen der Einführung von Studiengebühren und Studienanfängerzahlen stets verneint.


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