Realschullehrer

"Wer von der sogenannten ´Gemeinschaftsschule´ in Baden-Württemberg träumt, muss auch sagen, wie die individuelle Förderung und hohe Qualität in der Bildung erhalten wird."

"Die erfolgreichen Realschulen in Baden-Württemberg bieten ca. 234 000 Schülerinnen und Schülern durch ihre klare Profilbildung und das zukunftsorientierte Bildungskonzept individuelle Förderung und führen die Heranwachsenden zum qualitativ hochwertigen Realschulabschluss, der beste Übergänge ins Berufsleben und zu weiteren Abschlüssen bis zur Hochschulreife bietet", dies betonten die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes Baden-Württemberg (RLV), Irmtrud Dethleffs-Niess, und der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, im Gespräch mit der neuen Kultusministerin Warminski-Leitheußer (SPD).

02.06.2011 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Kritisch hinterfragten die beiden Vertreter der Realschullehrkräfte die Vorstellungen der neuen grün-roten Landesregierung, Bildungsverantwortung zunehmend in kommunale Hände zu legen. Dabei befürchten Dethleffs-Niess und Böhm eine Zersplitterung der Bildungslandschaft und regionale Disparitäten, die mit einer Unterversorgung des ländlichen Raumes einhergingen. Die Gründung von sogenannten Gemeinschaftsschulen bedeute das "Aus" für kleine ländliche Schulstandorte und schaffe eine große Unsicherheit bei der Erhaltung passgenauer Bildungsgänge für alle Heranwachsenden. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Befunde und Ergebnisse, die belegten, dass Gemeinschaftsschulen bessere Bildungsqualität hervorbringen würden. Alle Schulleistungsvergleiche in Deutschland haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler in Ländern mit einem klar differenzierten Bildungswesen wesentlich bessere Ergebnisse erzielten.

"Wer von individueller Förderung der Heranwachsenden spricht, sollte nicht vergessen, dass gerade das Bildungskonzept der Realschulen diese individuelle Förderung durch Neigungs- und Leistungsdifferenzierung hervorragend umsetzt. Zudem sind Realschulen die Schulen des sozialen Aufstiegs für Kinder mit Migrationshintergrund und sie vergeben einen Schulabschluss, der anerkannt und nachgefragt ist", so Dethleffs-Niess und Böhm in dem Gespräch.

Entscheidend für die Zukunft ist neben einer qualitativen Fortentwicklung der Realschulbildung die Schaffung von durchlässigen Übergangssystemen für die Heranwachsenden. Dabei kommt der Realschule als starker mittlerer Säule eine entscheidende Rolle zu. Mittlerweile bestünden hervorragende Möglichkeiten über den Realschulabschluss den Weg hin zur Hochschulbildung zu erreichen. Es gäbe es keinen Königsweg zur Universität, so beide Verbandsvertreter.

Dethleffs-Niess und Böhm appellieren an die neue Kultusministerin: "Statt an Schulstrukturen herumzuexperimentieren, sollten Mittel in die Verbesserung der Qualität des Unterrichts, die Qualität der Lehrerausbildung und die Verbesserung der Rahmenbedingen der bestehenden Schulen investiert werden."

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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