Willems: Stundentafel des wertebildenden Unterrichts in Sachsen-Anhalt besser umgesetzt
Entsprechend der bestehenden Stundentafeln kann nunmehr weitgehend zweistündiger wertebildender Unterricht (Ethikunterricht oder evangelischer bzw. katholischer Religionsunterricht) in Sachsen-Anhalt erteilt werden. Dieses Angebot ist aufgrund höherer Lehrerzahlen für die entsprechenden Fächer möglich. Im Gymnasium liegt der zweistündige Anteil mittlerweile bei 90,1 Prozent, noch im Schuljahr 2008/2009 lag er fast 10 Prozentpunkte darunter. Auch an den anderen Schulformen stieg der zweistündige Anteil (siehe Tabelle).
21.06.2010 Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-AnhaltIm Schuljahr 2009/2010 haben 77,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen am Ethikunterricht teilgenommen. Im Vergleich zu 2004/2005 (50,9 Prozent) ergibt sich ein Anstieg um mehr als 25 Prozentpunkte. Den evangelischen Religionsunterricht besuchten 17,9 Prozent (2004/2005: 11,5 Prozent), den katholischen Religionsunterricht 0,9 Prozent (2004/2005: 0,9 Prozent). Um den Wünschen der Eltern und der Schüler besser entsprechen zu können, dürfen - verglichen mit den anderen Fächern - im wertebildenden Unterricht kleinere Lerngruppen gebildet werden.
"Die Schule hat nicht nur den Auftrag Wissen zu vermitteln, sondern muss den Schülerinnen und Schülern auch Wertvorstellungen nahebringen", sagt Bildungsstaatssekretär Winfried Willems. "Die Beschäftigung mit philosophischen, ethischen und religiösen Fragen ist Bestandteil einer allgemeinen Bildung. Ethik- und Religionsunterricht trägt dazu bei, sich mit der Vielzahl der Normen und Werte und mit den unterschiedlichen Auffassungen der Religionen auseinanderzusetzen, um zu einem eigenen begründeten Standpunkt zu gelangen."
Derzeit verfügen rund 150 öffentliche allgemein bildende Schulen nicht über eigene Lehrkräfte für den Ethikunterricht. Hier wird der Ethikunterricht von Lehrerinnen und Lehrern aus Nachbarschulen erteilt. Kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen rund 1500 Wochenstunden des evangelischen oder katholischen Religionsunterrichts. Neben der Berücksichtigung der Fächer des wertebildenden Unterrichts bei Neueinstellungen werden in entsprechendem Umfang Weiterbildungskurse für die bereits vorhandenen Lehrkräfte angeboten, um den noch bestehenden Bedarf zu decken.
In den allgemein bildenden Schulen nahmen im Schuljahr 2009/2010 96,3 Prozent aller Schülerinnen und Schüler am Ethikunterricht oder am evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht teil, das ist ein Anstieg um mehr als 30 Prozentpunkte gegenüber dem Schuljahr 2004/2005 (63,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr entsteht ein Zuwachs um 1,3 Prozentpunkte (95,0).
| Schulform | Anteil des zweistündigen Unterrichts 2008/2009 (in Prozent) | Anteil des zweistündigen Unterrichts 2009/2010 (in Prozent) |
|---|---|---|
| Grundschule | 32,2 | 32,1 |
| Sekundarschule | 61,2 | 72,9 |
| Gymnasium | 80,3 | 90,1 |
| Gesamtschule | 64,8 | 78,0 |
| Förderschule | 52,8 | 61,7 |
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