Zahl der Schüler an privaten allgemeinbildenden Schulen steigt um knapp 3 Prozent
Die Zahl der Schüler, die eine allgemeinbildende Schule in freier Trägerschaft1) in Baden-Württemberg besuchen, ist im laufenden Schuljahr 2007/08 auf rund 93 800 angestiegen. Dies sind nahezu 2 600 Schüler oder 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes haben die Schülerzahlen an fast allen privaten Schularten zugenommen.
15.02.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergAm meisten zugelegt haben dabei im Vorjahresvergleich die Grundschulen und die Hauptschulen mit knapp 6 bzw. 5 Prozent. Allerdings sind die absoluten Zahlen weiterhin vergleichsweise niedrig: Rund 8 000 Schüler besuchten eine private Grundschule und knapp 4 500 eine private Hauptschule. Dies entspricht nur knapp 2 Prozent der Grundschüler und knapp 3 Prozent der Hauptschüler insgesamt in Baden-Württemberg. Die Schüler-Klassen-Relation an den privaten Grundschulen beträgt im aktuellen Schuljahr durchschnittlich 22,6 Schüler pro Klasse. Im Vergleich zu den öffentlichen Grundschulen sind die Klassen damit im Schnitt fast um einen Schüler größer. Bei den privaten Hauptschulen ist die Klassengröße nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes im Vergleich zum Vorjahr auf durchschnittlich 22,5 Schüler pro Klasse gesunken. Dennoch sind an privaten Hauptschulen weiterhin mehr Schüler in einer Klasse als an öffentlichen (19,9).
An den privaten Realschulen werden im aktuellen Schuljahr rund 11 800 Schüler unterrichtet, 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit durchschnittlich 26,1 Schülern pro Klasse sind hier die Klassen kleiner als an den öffentlichen Realschulen (27,6).
Die Zahl der Schüler an privaten Sonderschulen ist um knapp 500 Schüler (stark 3 Prozent) auf rund 14 300 angestiegen. Dies liegt vor allem an den Sonderschulen für Erziehungshilfe, an denen gut 40 von 100 Schülern der privaten Sonderschulen gefördert werden.
Auf ein privates Gymnasium gehen im Schuljahr 2007/08 gut 32 300 Schüler, stark 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gymnasien sind unter den Privatschulen am beliebtesten: Gut jeder dritte Privatschüler besucht diese Schulart. Auch an den privaten Gymnasien ist (ähnlich wie bei den privaten Realschulen) die Schüler-Klassen-Relation mit 25,8 spürbar kleiner als an den öffentlichen (27,7).
Die einzige Schulart unter den Privatschulen, an der die Schülerzahl nicht gestiegen ist, ist die Freie Waldorfschule. Nachdem die Freien Waldorfschulen seit Beginn der 60er‑ Jahre von Jahr zu Jahr steigende Schülerzahlen verzeichnen konnten, sank die Zahl der Waldorfschüler von 2006/07 auf 2007/08 gering um 0,2 Prozent auf gut 22 900 Schüler. Wenn auch der Anteil der Freien Waldorfschulen an den Privatschulen insgesamt leicht gesunken ist, bleiben sie mit gut 24 Prozent die zweitstärkste Schulart in privater Trägerschaft.
Dabei sinken die Schülerzahlen an den öffentlichen Schulen deutlich stärker, als sie an den privaten allgemeinbildenden Schulen steigen, so dass insgesamt die Zahl der Schüler in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 500 oder 1,2 Prozent zurückgegangen ist. Insgesamt (öffentliche und private Schulen zusammen betrachtet) sind die Gymnasien die einzige Schulart mit noch steigenden Schülerzahlen (2007/08: +2 Prozent). Allerdings wird hier nach der aktuellen Vorausrechnung des Statistischen Landesamtes im Schuljahr 2009/10 ebenfalls der Höhepunkt erreicht sein.
| Schüler je Klasse*) an allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg | ||||
|---|---|---|---|---|
| Schulart | Schuljahr 2007/08 (vorläufige Zahlen) | Schuljahr 2006/07 | ||
| öffentlich | privat | öffentlich | privat | |
| *) ohne Berücksichtigung der Klassenstufen 12 und 13 an Gymnasien und ohne Sonderschulen für Kranke in längerer Krankenhausbehandlung. | ||||
| Grundschulen | 21,8 | 22,6 | 21,9 | 22,5 |
| Hauptschulen | 19,9 | 22,5 | 20,2 | 22,9 |
| Sonderschulen | 8,8 | 7,1 | 8,9 | 7,1 |
| Realschulen | 27,6 | 26,1 | 27,6 | 26,0 |
| Gymnasien | 27,7 | 25,8 | 27,7 | 25,9 |
| Freie Waldorfschulen | – | 23,0 | – | 23,4 |
1) Alle Angaben ohne die Schulen des Zweiten Bildungsweges.
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