Zeugnisfeier im Landtag NRW
"Als Lehrerinnen und Lehrer wissen wir, dass sich Schüler immer über gute Noten freuen", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die heutige "Zeugnisfeier" der Regierungsfraktionen im Landtag. "Der VBE hat als Lehrerorganisation deshalb ein gewisses Verständnis dafür, dass auch Erwachsene ein gutes Zeugnis feiern."
06.06.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWWir müssen als Lehrerorganisation aber einen kritischen Blick auf die Praxis der Notenvergabe werfen, die hinter diesem Zeugnis steckt. Es handelte sich dabei in erster Linie um die Benotung von Zielen. Wenn das künftig auch in den Schulen so praktiziert werden soll, würde für Lehrer und Schüler vieles einfacher.
Ein solches Verfahren würde beispielsweise die Vergabe der Kopfnoten wesentlich vereinfachen. Lehrer könnten mit Schülern Zielvereinbarungen treffen. Wer die schönsten Ziele formuliert, bekäme dann in allen Bereichen ein glattes "sehr gut". Auch die Qualitätsanalyse würde damit erheblich einfacher. Alle Lehrerkollegien könnten mit dem Schulministerium Zielvereinbarungen über Reformziele treffen. Die Schule, die die schönsten Ziele formulieren würde, würde dann mit einem Gütesiegel für die größte Reformbereitschaft ausgezeichnet.
"Würde man dieses von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gewählte Verfahren der Bewertung auf das Schulwesen übertragen, wären künftig alle Beteiligten glücklich und zufrieden", prophezeit Beckmann. "Als Lehrerorganisation würde es uns dann künftig auch leichter fallen, die schönen Ziele der Politik immer positiv zu kommentieren. Umgekehrt könnte dann die Politik auch die hehren Ziele der Lehrerorganisationen immer positiv kommentieren. Wir hätten Harmonie auf der ganzen Linie, und alles würde gut. Oder?"
Keine Kommentare vorhanden