Bayern

Zickzack-Kurs des KM gefährdet die notwendige Verlässlichkeit von Schule

"Im Grunde genommen war der erhebliche Mehraufwand an den Gymnasien, mit dem die zusätzlichen Übungsklausuren für das länderübergreifende Abitur sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch insbesondere die Lehrkräfte verbunden waren, für die Katz!" So kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt die Entscheidung des Bildungsministeriums, den Schülerinnen und Schülern nun im Hinblick auf die Wertung der Ergebnisse völlige Wahlfreiheit zu lassen.

16.01.2014 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

"Die Zwölftklässler haben jetzt drei Möglichkeiten: Sie können das Ergebnis der Übungsklausur als kleinen Leistungsnachweis und die reguläre Schulaufgabe als großen werten lassen oder umgekehrt oder sie können das Ergebnis sogar ganz streichen lassen", erklärte Schmidt.

Jetzige Regelung steht in keinem Verhältnis zur zusätzlichen Arbeitsbelastung

"Einerseits begrüßen wir es natürlich, wenn dadurch sichergestellt wird, dass keine Leistungen ins Abitur einfließen, die den Leistungsstand unserer Schülerinnen und Schüler nicht wirklich abbilden. Niemandem soll ja ein Nachteil entstehen! Andererseits aber fragen wir uns: Wozu dann das Ganze? Alle Lehrkräfte, die auf Anweisung des Ministeriums die länderübergreifende Übungsklausur vorbereiteten und mit hohem zusätzlichen Aufwand korrigierten, müssen sich nun gekniffen sehen. Mein Verband hatte bereits sehr frühzeitig mögliche auftretende Probleme aufmerksam gemacht, das hat sich leider jetzt bewahrheitet!", sagte er. Gleichzeitig machte der bpv-Chef auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: "Die jetzige Entscheidung, 14 Tage vor Noten­schluss in der 12. Jahrgangsstufe die Regeln der Notenerhebung nochmals zu ändern, stärkt nicht gerade das Vertrauen in den Dienstherrn. Verlässlichkeit sieht anders aus!" Hinzu komme, dass Schülerinnen und Schülern, die die Übungsklausur nicht werten lassen wollen, mitunter jetzt die von der Schulordnung vorgesehene Mindestanzahl an Noten fehlt. Mit diesem Problem lässt man nun die Schulen alleine!"

Generell stellte Max Schmidt nochmals in Frage, ob der länderübergreifende Abiturteil tatsäch­lich den Aufwand wert ist und einen Beitrag zu mehr Vergleichbarkeit in den Kernfächern liefern kann. Er betonte: "Wenn man weiß, dass einige der beteiligten sechs Bundesländer mit zusätz­lichen Einlesezeiten tricksen, andere schon seit Jahren mit den bisher in Bayern unüblichen hilfs­mittelfreien Abiturteilen arbeiten und zusätzlich klar ist, dass in Hamburg und Sachsen auch Leistungskursler mitschreiben, dann fragt man sich, wo denn überhaupt der Gewinn an Ver­gleichbarkeit liegen soll."

Abschließend wies er darauf hin, dass mit der Verfügung des Kultusministeriums, die Übungs­klausur gegebenenfalls nicht zu werten, noch nicht das Problem des länderübergreifenden Abiturteils beim eigentlichen Abitur im Mai gelöst sei. Oder könne man dieses Resultat dann auch streichen lassen, fragte Schmidt abschließend ironisch.


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