Nordrhein-Westfalen

Zum Entschließungsantrag "Kurze Beine – kurze Wege": VBE-Gutachten zeigt Wirkung

"In der Expertise ´Kurze Beine – kurze Wege` von Gerd Möller und Dr. Ernst Rösner, die der VBE vor einigen Wochen öffentlich gemacht hat, wird die Notwendigkeit der Sicherung eines wohnortnahen Schulangebotes im Grundschulbereich nachgewiesen. Dass die Fraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen unsere Forderungen nun im gleichnamigen Entschließungsantrag zum Teil aufgreifen, freut und bestätigt uns", betont Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW).

18.10.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Schließlich sei es höchste Zeit, dass die demografische Entwicklung in den Grundschulen endlich Beachtung finde. Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen sei eine wohnortnahe Versorgung von Grundschulstandorten immer stärker gefährdet. Das vom VBE in Auftrag gegebene Gutachten belege eindrucksvoll, dass im Grundschulbereich akuter Handlungsbedarf bestehe. "Wir bewerten es als positiv, dass CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen nun im Konsens einen Weg beschreiten wollen, der unter pädagogischen und schulorganisatorischen Gesichtspunkten die Möglichkeit verbessert, Grundschulen wohnortnah zu erhalten", erklärt Beckmann.

Die Richtung, die die Fraktionen im Entschließungsantrag eingeschlagen haben, stimme. Doch teilweise bedürfe es einer klärenden Schärfung. "Wie bereits im VBE-Gutachten ausgeführt, schiebt die Gründung von Grundschulverbünden und Teilstandorten die Schließung einer Grundschule lediglich auf. Daher erwarten wir von der Politik, dass sie diesen Ansatz nochmals überdenkt. Eine Klassenbildung von unter 15 Schülern für unzulässig zu erklären, greift zu kurz", so Beckmann. In wohldefinierten Einzelfällen müsse eine Unterschreitung möglich sein, denn dies beträfe nur wenige Schulen, und die Kosten wären dementsprechend gering. Es würde aber besonders in den Regionen helfen, die bereits jetzt nur noch eine geringe Dichte von Grundschulstandorten hätten. Auch die Tatsache, dass in dem Entschließungsantrag von "weitergehenden Spielräumen" die Rede sei, die die Kommunen benötigen würden, um ihr Schulangebot vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung den Erfordernissen anzupassen, unterstütze der VBE. Er fordere aber, diese genauer zu benennen.

Dass der Klassenfrequenzrichtwert von 24 auf 22,5 herabgesenkt werden soll, halte der VBE für unabdingbar. Dass der Landtag dies nur "in Aussicht" stelle, wie es in dem Entschließungsantrag heißt, reiche nicht aus. Auch dies müsse in einem Zeitplan konkretisiert werden. Den Klassenfrequenzrichtwert richtigerweise auf 22,5 abzusenken, müsse als Konsequenz folgen, dass die Mindestschülerzahl für eigenständige Standorte 90 Schülerinnen und Schüler (22,5 x 4) und nicht 92 Schülerinnen und Schüler umfasse. Darüber hinaus erwarte der VBE mit der Absenkung der Klassenobergrenze eine entsprechende schrittweise Anpassung der Möglichkeit der Klassenteilung.

Beckmann abschließend: "Der VBE fordert erneut auf der Datenbasis des Gutachtens, dass zur Verbesserung der Situation in den Grundschulen ein hoher Anteil der Demografiegewinne in der Grundschule verbleibt. Bei den Ausgaben für die Grundschule haben wir im nationalen und internationalen Vergleich noch deutlich Nachholbedarf. Jeder Euro, der mehr in die Grundschule fließt, ist eine Investition in die Zukunft."


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