Zum Hauptschulpreis 2007

"Der VBE gratuliert der Hauptschule Körbecke zu dieser Auszeichnung. Die Auszeichnung zeigt erneut, dass Hauptschullehrerinnen und –lehrer immer wieder neue pädagogische Konzepte entwickeln, um diese Schulform attraktiver zu machen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Obwohl diese Kreativität gerade in dieser Schulform seit Jahrzehnten zu beobachten ist, schlägt sie sich nicht positiv auf das Schulwahlverhalten der Eltern nieder."

10.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Hauptschule ist im gegliederten System die Schulform, der die anderen ihre Problemfälle zuweisen. Dies macht sie für die meisten Eltern als Erstwahl unattraktiv. Da die Hauptschule die einzige Pflichtschule im Bereich der Sekundarstufe I ist, kann sie Schülerinnen und Schüler nicht weiter "durchreichen". Sie muss sich vor allem um die Schülerinnen und Schüler kümmern, die zum Teil mit beschädigtem Selbstbewusstsein und gebrochenen Schulkarrieren zu kämpfen haben. Die Hauptschule unternimmt alles, um diese Kinder aufzufangen, zu integrieren und zu einem Schulabschluss zu führen.

"Damit gibt das gegliederte System den anderen Schulformen die Möglichkeit, sich der Verantwortung für das einzelne Kind zu entziehen und überlässt diese der Schulform, die als Pflichtschule Auffangbecken sein muss", so Beckmann weiter. "Umgekehrt profitieren aber die anderen Schulformen seit Jahrzehnten von den innovativen Ideen der Hauptschule und werden dadurch für Eltern noch attraktiver. Das ist die Krux des gegliederten Schulsystems und nicht die Krux der Hauptschule. Nicht die Hauptschule ist krank, sondern das System."


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