Gewalt an Schulen nimmt deutlich zu – ASD fordert konsequentes Handeln
Die Gewalt an Schulen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders besorgniserregend ist dabei die steigende Zahl von Übergriffen gegenüber Lehrkräften und weiteren Beschäftigten. Darauf weist der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschlands (ASD) in einer aktuellen Stellungnahme hin.
13.04.2026 Bundesweit Pressemeldung Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e.V.Nach Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik werden inzwischen jährlich mehr als 25.000 Gewaltdelikte an Schulen registriert. Gleichzeitig zeigt das Deutsche Schulbarometer, dass nahezu jede zweite Lehrkraft Gewaltprobleme an der eigenen Schule wahrnimmt. Besonders alarmierend ist die Situation für Lehrkräfte und Beschäftigte selbst: Allein im Jahr 2024 wurden über 1.200 Fälle körperlicher Gewalt gegen diese erfasst, hinzu kommen zahlreiche Fälle psychischer Gewalt.
„Gewalt an Schulen ist längst kein Randphänomen mehr. Sie gehört für viele Lehrkräfte inzwischen zum Berufsalltag – und das ist nicht hinnehmbar“, erklärt der ASD-Vorsitzende Sven Winkler. „Wenn Lehrkräfte nicht mehr sicher arbeiten können, steht die Funktionsfähigkeit unseres gesamten Bildungssystems auf dem Spiel.“
Der ASD macht deutlich, dass Gewalt an Schulen nicht isoliert betrachtet werden darf. Vielmehr sei sie Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen und wachsender Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig kritisiert der Verband, dass notwendige strukturelle Verbesserungen seit Jahren bekannt, aber nicht ausreichend umgesetzt worden seien.
„Die Schulen werden mit dieser Entwicklung oft allein gelassen. Es fehlt an Personal, an Zeit und an klaren Strukturen. Wir brauchen jetzt endlich entschlossenes politisches Handeln“, so Winkler.
Der ASD fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket von Politik und Verwaltung. Dazu gehören insbesondere verbindliche Schutzkonzepte für alle an Schule Tätigen, eine deutliche Stärkung der personellen und finanziellen Ressourcen an Schulen sowie mehr Handlungsspielräume für Schulleitungen.
Ein zentraler Punkt ist aus Sicht des Verbandes die Qualifizierung der Lehrkräfte: „Lehrkräfte müssen systematisch auf den Umgang mit Konflikten, Gewalt und Krisensituationen vorbereitet werden. Dafür brauchen wir verbindliche Zeitkontingente für Aus- und Fortbildung – und zwar als festen Bestandteil der Arbeitszeit, nicht zusätzlich on top“, betont Winkler.
Darüber hinaus fordert der ASD eine stärkere Präventionsarbeit in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendhilfe sowie schnellere und verlässlichere Reaktionen der Justiz auf Gewaltvorfälle: „Entscheidend ist nicht nur die Härte von Maßnahmen, sondern dass sie konsequent und zeitnah erfolgen. Nur so entsteht Vertrauen in den Rechtsstaat – auch im schulischen Alltag“, so Winkler weiter.
Abschließend macht der ASD deutlich, dass es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt: „Gewalt an Schulen ist ein Warnsignal. Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir langfristige Schäden für das Bildungssystem und die Attraktivität des Lehrerberufs. Schulen brauchen Rückhalt – und sie brauchen ihn jetzt.“
- Deutscher Lehrerverband zu aktuellen Zahlen zur Gewalt gegen Lehrkräfte
- Projekt zur Prävention von Radikalisierung in Schulen
- Wie unterstützt man Jugendliche im Umgang mit Stress?
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