Zur Diskussion über türkische Schulen

"Das korrekte Beherrschen der Muttersprache ist für Jugendliche mit Migrationshintergrund ebenso wichtig wie das Beherrschen der deutschen Sprache", so Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE. "Deshalb sollte muttersprachlicher Unterricht an deutschen Schulen dort angeboten werden, wo der entsprechende Bedarf besteht."

13.02.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Das gilt natürlich nicht nur für Kinder und Jugendliche aus Familien türkischer Herkunft. Welche sprachlichen Angebote gemacht werden können, hängt vom Einzugsgebiet der Schule und der Herkunft der dort wohnenden Kinder und Jugendlichen ab.

"Der Unterricht muss sich aber an den Bildungsstandards orientieren, die für jeden Sprachenunterricht gelten", so Beckmann weiter. "Vor allem muss er auf einem überprüfbaren Curriculum beruhen und von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern erteilt werden."

Die Grundlagen müssen schon in der Grundschule gelegt werden.

Bei entsprechender Nachfrage könnte dann beispielsweise Türkisch als zweite Fremdsprache an den weiterführenden Schulen angeboten werden. Dafür müssten allerdings die Schulformen kooperieren, damit die Sprache im Falle eines Schulwechsels weiter belegt werden kann.

Ein möglicher Wechsel von der Hauptschule zum Gymnasium wird zurzeit dadurch erschwert, dass im Gymnasium in der 6. Klasse das Erlernen der zweiten Fremdsprache beginnt, die in der Hauptschule nicht angeboten wird. Dadurch ist für Schülerinnen und Schüler ein solcher Wechsel nur nach der 5. Klasse möglich. An Hauptschulen könnte Türkisch, Russisch, Polnisch oder eine andere Sprache als zweite Fremdsprache angeboten werden.

"Wenn sich dann Realschulen und Gymnasien bereit erklären würden, diese Sprachen auch zu unterrichten, wäre ein Wechsel zwischen den Schulformen wesentlich einfacher", so Beckmann abschließend. "Für solche Kooperationen könnte es dann entsprechende Schwerpunktschulen geben."


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