Zur Pressekonferenz des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbandes

Von einem "Tiefpunkt" mit Blick auf die Stimmung an den Schulen im Land war die Rede, von einem "Alarmsignal", gar von einer "Katastrophe". Der Nordrhein-Westfälische Lehrerverband (NRWL), der heute mit solch starken Begriffen an die Öffentlichkeit trat, beschrieb damit allerdings nicht die jüngsten Ergebnisse der Pisa-Studie. Gemeint war vielmehr die Ankündigung von NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU), Elternsprechstunden und in der Regel auch die Lehrerfortbildung künftig nur noch außerhalb der Unterrichtszeit zuzulassen. Lehrerfortbildung darf lediglich in begründeten Fällen während der Unterrichtszeit stattfinden, wenn eine Vertretung gesichert ist.

05.12.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Hinweis auf ohnehin geltendes Recht erfolgt jedoch keineswegs aus einer "Reglementierungswut" heraus, wie der NRWL behauptet. Der Hintergrund ist ernster: Fünf Millionen Unterrichtsstunden fallen alljährlich an den Schulen im Land aus; und je nach Schulform nur ein Drittel bis rund 50 Prozent des Ausfalls ist krankheitsbedingt (Quelle: Unterrichtsausfallbericht 2005, www.bildungsportal.nrw.de/BP/Schule/lehrer/Lehrerversorgung/Stichprobe05.pdf)

Schulministerin Sommer stellt fest: "Unsere 15-jährigen Schüler haben laut Pisa im Schnitt ein Jahr Lernrückstand gegenüber ihren Altersgenossen in Bayern. Wenn wir diesen aufholen wollen, müssen wir mit unserer ganzen Kraft den Unterricht stärken. Verbandsinteressen dürften nicht über den Interessen von Schülern und Eltern stehen." Die Schulministerin ist jederzeit bereit, mit dem NRWL und anderen Lehrerverbänden darüber zu reden, wie die für NRW so unerfreulichen Pisa- Ergebnisse verbessert werden können. Aus diesem Grund führt die neue Landesregierung beispielsweise zentrale Prüfungen in allen zehnten Klassen ein – was der dem NRWL angehörende Philologen-Verband für die Gymnasien ja leider ablehnt.


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