Gemeinsame Antworten auf zentrale Herausforderungen im Bildungsbereich
Die Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg wollen ihre Zusammenarbeit in zentralen Fragen der Bildungspolitik weiter vertiefen.
21.08.2026 Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Thüringen Pressemeldung Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-AnhaltIm Rahmen der Fortführung der Mitteldeutschen Bildungsgespräche kamen die Bildungs- bzw. Kultusminister Jan Riedel (Sachsen-Anhalt), Conrad Clemens (Sachsen), Christian Tischner (Thüringen) und Gordon Hoffmann (Brandenburg) in Halle an der Saale zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu beraten und gemeinsame Strategien für die Bildungslandschaft in Mitteldeutschland zu entwickeln.
Im Mittelpunkt standen die bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen für das Schuljahr 2026/2027. Ein zentraler Punkt der Gespräche war die Demokratiebildung an Schulen. Die Länder berieten hier über Maßnahmen und gemeinsame Perspektiven, um die Bedeutung demokratischer Bildung für Schulen und Gesellschaft zu unterstreichen.
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel: „Demokratiebildung ist eine gemeinsame Aufgabe, die nicht an Ländergrenzen endet. Schule ist ein zentraler Ort, an dem junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und für unsere demokratische Gesellschaft einzustehen. Deshalb wollen wir unsere Erfahrungen und erfolgreichen Ansätze miteinander verbinden und gemeinsam Impulse setzen. Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir Demokratiebildung zum festen und dauerhaften Bestandteil des Schulalltags machen und junge Menschen noch besser darin stärken, unsere Demokratie aktiv mitzugestalten.“
Ein weiterer Schwerpunkt war die Stärkung von Sport und Bewegung im Schulalltag. Die Länder tauschten sich darüber aus, wie Bewegung stärker und nachhaltig im schulischen Alltag verankert werden kann. Conrad Clemens, Sächsischer Staatsminister für Kultus: „Wir stehen gemeinsam für eine erfolgreiche Bildungspolitik mit Leistungsorientierung, Ganztagsbetreuung und frühkindlicher Bildung. In keinem Politikfeld ist der Osten so erfolgreich wie in der Bildungspolitik. Dazu gehört auch ein starker Sport. Der Sportunterricht an unseren Schulen stärkt Gesundheit und Konzentration und sorgt dafür, dass Teamgeist, Fairness und Gemeinschaftsgefühl vom Sportplatz ins Klassenzimmer getragen werden. Vor allem der Schwimmunterricht hat in den Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine lange Tradition. Weil bundesweit immer mehr Grundschüler nicht schwimmen können, entwickeln wir den Schwimmunterricht gemeinsam qualitativ weiter.“
Christian Tischner, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Freistaates Thüringen betonte die Wichtigkeit der Mitteldeutschen Bildungsgespräche mit Blick auf den Austausch und die Zusammenarbeit in zentralen Fragen und Projekten: „Dass wir bereits zum dritten Mal in diesem Format zusammenkommen, unterstreicht die gemeinsamen Anstrengungen der Mitteldeutschen Länder. Gerade bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung ist der länderübergreifende Austausch wichtig, denn im Mittelpunkt aller Initiativen stehen die Schülerinnen und Schüler und die Frage, was sie für ihren weiteren Bildungs- und Lebensweg brauchen. Schule soll Wissen und grundlegende Kompetenzen sicher vermitteln und junge Menschen zugleich dazu befähigen, selbstständig zu denken, Probleme zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und sich in einer zunehmend digitalen Welt zu orientieren. Dabei hilft auch ein gemeinsames und länderübergreifendes Bildungsverständnis.“
Erstmals nahm auch Brandenburg an dem länderübergreifenden Format teil. Brandenburgs Minister für Bildung, Jugend und Sport, Gordon Hoffmann: „Bildungspolitik ist zwar Ländersache, aber sie hat gemeinsame Themen, die abgestimmte Lösungen brauchen. Deshalb freue ich mich über die Einladung zu den Mitteldeutschen Bildungsgesprächen. Das Schwerpunktthema Demokratiebildung bewegt uns auch in Brandenburg sehr. Wir wollen unsere Schulen stärken, für unsere gemeinsamen Werte einzutreten. Allen, die mit Verweis auf vermeintliche politische Neutralität unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung schwächen wollen, muss entschlossen die Stirn geboten werden.“
Auch das an Sachsen-Anhalts Schulen bereits seit längerem gelebte Praxislernen stieß auf großes Interesse. Mit dem 4+1 Projekt und insbesondere der Ausweitung des dualen Lernens in Form von Praxislerntagen (PLT) geht Sachsen-Anhalt hier bundesweit beachtete Wege. Der Austausch der Minister zum Thema bot wertvolle Ansätze für die künftige Bildungsarbeit der teilnehmenden Länder sowie Einblicke in die Vorteile des dualen Lernens, mit dem Schülerinnen und Schüler vor allem der mittleren Abschlüsse praxisnah auf das spätere Ausbildungs- und Berufsleben vorbereitet und Abbrüche vermieden werden sollen.
Alle vier Minister setzten zudem ein sehr deutliches Zeichen für den Erhalt und die Stärkung der allgemeinen Schulpflicht als unverzichtbares Fundament für Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelingende Integration. Die Schulpflicht stelle sicher, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft gemeinsam lernten und die gleichen Bildungschancen erhielten. Die Ressortchefs bezeichneten Schule nicht nur als Institution der Wissensvermittlung, sondern auch als zentralen Ort, an dem junge Menschen Respekt, Verantwortungsbewusstsein und die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung erfahren und einüben. Das gemeinsame Bekenntnis war erst vor kurzem durch die von Thüringen initiierte Bundesratsentschließung zur Stärkung der allgemeinen Schulpflicht untermauert worden.
Weitere Gesprächsschwerpunkte waren die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das Bildungssystem. Die Mitteldeutschen Bildungsgespräche fanden zum mittlerweile dritten Mal statt. Sie bieten den Ländern ein Forum, um gemeinsame Herausforderungen frühzeitig in den Blick zu nehmen, voneinander zu lernen und abgestimmte Lösungen zu entwickeln. Gerade bei Themen, die die Bildungslandschaft der kommenden Jahre prägen werden, soll die enge Zusammenarbeit dazu beitragen, Erfahrungen und Ressourcen bestmöglich zu nutzen und Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit zu stellen.
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