Ahnen: Leseförderung erhält neuen Schub - Förderprogramm für Ganztagsschulen

"Die Förderung der Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Schule ist ein besonderes Anliegen der Landesregierung. Das zeigt unter anderem die gemeinsame Kampagne ,Leselust in Rheinland-Pfalz´ der Ministerien für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur sowie für Bildung, Frauen und Jugend. Nicht nur an den ,Tagen des Lesens´, die im Rahmen dieser Kampagne alljährlich im Oktober viele Aktionen in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendzentren und Bibliotheken zur Folge haben, nicht nur bei der ,Aktion Schultüte´ der Büchereien zum Schuljahresbeginn oder beim Wettbewerb ,Mit Leselust auf Klassenfahrt´, sondern auch das ganze Jahr hindurch mit Hilfe von Lese-Scouts, Autorenlesungen oder ,Lesespaß-Kisten´ wird die Begeisterung für das Lesen gefördert. Diese Förderung wird nun auf mehreren Wegen in den Ganztagsschulen landesweit intensiviert." Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute im Rahmen einer Pressekonferenz in der Friedrich-Ebert-Hauptschule in Mainz-Weisenau, in der nicht nur ein spezielles Investitionsprogramm zur Leseförderung für Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz vorgestellt, sondern zugleich mit dem Vorsitzenden des Landesverbandes im Deutschen Bibliotheksverband Manfred Geis auch das mittlerweile 18. Rahmenabkommen für eine Kooperation mit Ganztagsschulen in Angebotsform unterzeichnet wurde.

09.06.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Die Schulen in Rheinland-Pfalz hätten die unter anderem mit der PISA- und mit der IGLU-Studie deutlich gewordenen Herausforderungen bei der Verbesserung der Lesekompetenz insgesamt sehr konstruktiv aufgegriffen, betonte die Bildungsministerin. Diese vielfältigen Anstrengungen von Schulen, Schulträgern und außerschulischen Organisationen zur Förderung des Lesens würden nun an den Ganztagsschulen, die mit ihrem erweiterten Zeitrahmen dafür besonders günstige Bedingungen aufweisen, weiter ausgebaut. Das neue Förderprogramm, das auf dem Bundesprogramm ,Zukunft Bildung und Betreuung´ basiert, umfasse verschiedene Module, kündigte Doris Ahnen an. Dazu gehörten:

  • die weitere Bereitstellung von in der Kampagne "Leselust in Rheinland-Pfalz" bereits bewährten "Lesespaß- und Medienkisten"; 2004 würden 60 dieser Kisten für die Ganztagsschulen zur Verfügung gestellt;
  • die Anschaffung und der Verleih von 72 Film-Koffern, die insbesondere erfolgreiche Jugendliteraturverfilmungen umfassten;
  • die Bereitstellung von 72 Hörspiel-Koffern, deren Inhalt wie die Film-Koffer auch zum Lesen der Original-Geschichten animieren solle; sowie
  • die Anschaffung und Ausleihe von 72 Multimediakoffern, die der Intensivierung der Medienerziehung insgesamt dienten.

Perspektivisch sei für die kommenden Jahre eine Erweiterung des Förderprogramms angedacht, um insbesondere in Ganztagsschulen ohne eigene Schulbibliothek über das Investitionsförderprogramm des Bundes auch die Einrichtung von "Leseecken", die Raum für das Stöbern und Schmökern in Büchern böten, gezielt zu unterstützen.

Die Entscheidung, welches oder welche der Angebote die jeweilige Schule konkret in Anspruch nehme, werde dabei vor Ort gefällt, unterstrich die Bildungsministerin weiter: "Ziel ist es, eine bedarfsgerechte und nachhaltige Nutzung sicherzustellen." Die Bibliotheksfachstellen in Koblenz und Neustadt /Weinstraße sowie das Landesmedienzentrum in Koblenz stellten nicht nur die Lesespaß- und Medienkisten sowie die verschiedenen Koffer bereit, sondern betreuten und begleiteten auch deren Einsatz in den Ganztagsschulen.

Eine sehr gute Ergänzung dazu stelle die nun durch eine Rahmenvereinbarung geregelte Zusammenarbeit von Ganztagsschulen und öffentlichen Bibliotheken dar, unterstrich Bildungsministerin Ahnen bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Mainz-Weisenau. Die Stadt- und Gemeindebibliotheken in kommunaler und in kirchlicher Trägerschaft landesweit könnten die Leseförderung mit ihren ausgebildeten Fachleuten weiter voranbringen. "Lesen ist ein Erlebnis. Es öffnet Welten der Fantasie und des Wissens. Wir wollen mit dazu beitragen, dass mehr Kinder und Jugendliche als bisher dieses Erlebnis haben können, dass die unter anderem bei PISA bescheinigten Mängel in puncto Leseverständnis bei Schülerinnen und Schülern abgebaut werden, und dass zugleich die wichtige Bildungsarbeit, die Öffentliche Büchereien leisten, stärker ins Rampenlicht gerückt wird", sagte der Vorsitzende des Landesverbands Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband, Manfred Geis. Geschulte Bibliotheksfachkräfte könnten auf der Basis der Rahmenvereinbarung vom kommenden Schuljahr an in den Ganztagsschulen verschiedenartige Unterrichtsangebote gestalten. Ahnen und Geis betonten: "Je nach Schultyp und Klassenstufe sollen die Angebote dabei so konzipiert sein, dass sie den Schülerinnen und Schülern über den bisherigen Rahmen hinaus gehende Möglichkeiten zur kreativen Beschäftigung in den Themenbereichen Literatur und Lesen, Informationsrecherche und Aufbau von Medienkompetenz eröffnen." In Grundschulen seien beispielsweise Vorlesestunden mit empfehlenswerter Kinderliteratur geplant oder die Vorstellung interessanter Kinder- und Jugendzeitschriften. In weiterführenden Schulen könnten Bibliothekarinnen und Bibliothekare Empfehlungen zu Sachliteratur mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten oder Unterrichtseinheiten zu den Themenkreisen Buchmarkt und Medienwelt gestalten.

"Lesefertigkeit und der souveräne Umgang mit Texten sind Schlüsselkompetenzen nicht nur für schulisches Lernen, sondern für den Zugang zu Bildung insgesamt, auch und vor allem in einer Medien- und Informationsgesellschaft", stellte Bildungsministerin Doris Ahnen resümierend fest. Das neue Förderprogramm und die nun unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ergänzten die bereits laufenden Projekte und stärkten ganz eindeutig die Förderung dieser Schlüsselkompetenz. "Gewinnen werden dabei die Kinder und Jugendlichen."


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