Ausbildungsmarktregionen

BIBB legt neue Raumgliederung für duale Ausbildung vor

Das BIBB legt eine neue, bundesweit einheitliche Gliederung des Ausbildungsmarktes vor. 52 Ausbildungsmarktregionen ermöglichen der Berufsbildungsforschung von jetzt an genauere Analysen zu Themen wie Ausbildungsplatzsuche, Vermittlungsprozessen und Passungsfragen.

24.04.2026 Bundesweit Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  • Junger Mann arbeitet an einem Schaltschrank. © Adobe Stock Bei 92,1 Prozent der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge liegen der Wohnort der Auszubildenden und die Ausbildungsstätte in derselben Ausbildungsmarktregion.

Der Ausbildungsmarkt ist stark regional geprägt: Ausbildungsinteressierte Jugendliche und Betriebe mit freien Ausbildungsstellen suchen in der Regel in einem begrenzten Radius. Mit dem neuen BIBB Report „Ausbildungsmarktregionen in Deutschland – Modellierung funktionaler Ausbildungsräume auf Basis der Mobilität von Auszubildenden“ stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eine bundesweit einheitliche Raumgliederung vor. Diese bildet das Ausbildungsmarktgeschehen als eigenständigen funktionalen Teilmarkt ab und ermöglicht passgenauere Analysen. Grundlage sind die seit 2021 in der Berufsbildungsstatistik erfassten Wohn- und Ausbildungsortinformationen dualer Auszubildender. Damit können Mobilitätsverflechtungen kleinräumig analysiert und Ausbildungsräume neu bestimmt werden.

Das Ergebnis sind 52 räumlich zusammenhängende Ausbildungsmarktregionen. Wie eng Angebot und Nachfrage innerhalb dieser Ausbildungsräume zusammenkommen, zeigt der hohe Selbstversorgungsgrad: Bei 92,1 Prozent der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge liegen der Wohnort der Auszubildenden und die Ausbildungsstätte in derselben Ausbildungsmarktregion.

Für Analysen, die das Ausbildungsmarktgeschehen im dualen System in den Blick nehmen – zum Beispiel Ausbildungsplatzsuche, Vermittlungsprozesse und/oder Passungsfragen – bietet die neue Raumgliederung einen deutlichen Mehrwert gegenüber administrativen Zuschnitten und etablierten Arbeitsmarkträumen. Sie ermöglicht passgenauere regionale Auswertungen und reduziert Unschärfen, die aus rein administrativen Gebietseinheiten resultieren.

Die neuen BIBB-Ausbildungsmarktregionen weisen insgesamt eine hohe strukturelle Nähe zu den 50 Arbeitsmarktregionen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf. Zugleich zeigen sich aber auch systematische Abweichungen: So werden große Arbeitsmarktregionen im Ausbildungsmarkt teils in mehrere Teilräume aufgespalten. In anderen Räumen verbinden sich mehrere Arbeitsmarktregionen zu einer gemeinsamen Ausbildungsmarktregion.

Die Kreiszuordnungen zu den Ausbildungsmarktregionen werden im Rahmen der Publikation zur weiteren wissenschaftlichen Nutzung über das Forschungsdatenzentrum im BIBB (BIBB-FDZ) bereitgestellt.

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