Bericht aus Brüssel

EU-Parlament fordert bildungspolitische Anstrengungen für höheren Frauenanteil

In seiner Entschließung vom 21. Januar zur "Beteiligung von Frauen in der digitalen Wirtschaft" fordert das Europäische Parlament die EU-Mitgliedstaaten auf, das berufliche Geschlechtergefälle im IT-Sektor anzugehen.

10.02.2021 Bundesweit Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
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Das EP kritisiert, dass Mädchen und Frauen nur einen Anteil von 17 Prozent aller IKT-Studierenden (Informations- und Kommunikationstechnologien) in der EU ausmachen, wobei gleichzeitig künftig voraussichtlich mehr als 90 Prozent der Arbeitsplätze ein gewisses Maß an IKT und digitalen Kompetenzen erfordern. Gleichzeitig haben laut Eurostat mehr als 40 Prozent der europäischen Unternehmen, die IT-Fachleute einstellten oder einstellen wollten, Schwierigkeiten freie Stellen zu besetzen.

In Deutschland lag 2019 der Anteil weiblicher Auszubildender bei den betrieblichen Ausbildungsberufen wie Fachinformatiker/in bei 7,5 Prozent und bei den Informations- und Telekommunikationssystem-Elektronikern/innen bei 4,5 Prozent. (DIHK-Ausbildungsstatistik).

Das EP hält deshalb in seiner Entschließung spezifische Bildungsmaßnahmen für Mädchen und Frauen vom frühesten Kindesalter bis zur beruflichen Weiterqualifizierung für nötig, um ihnen einen besseren Zugang zu digitalen Kompetenzen und einer beruflichen Tätigkeit im IKT-Sektor zu ermöglichen. So sollen Bildungsverantwortliche in den Mitgliedstaaten mit Unternehmen, Entwicklern und Hochschulen gemeinsam nach Lösungen suchen und Verfahren entwickeln, um Mädchen in Fächern mit Belang für die digitale Bildung vom Kindesalter an einzubeziehen.

Auch sollen auf nationaler Ebene in der allgemeinen und beruflichen Bildung Mentorenprogramme mit weiblichen Vorbildern im IKT-Bereich eingerichtet und Sensibilisierungskampagnen sowohl für Schüler als auch für Eltern gefördert werden. Die Mitgliedstaaten sollen ebenfalls gezielt das lebenslange Lernen unterstützen, um Frauen den beruflichen Umstieg in IKT-bezogene Berufe zu erleichtern sowie die Ausbildung und Programme zur Förderung von IKT-Kompetenzen, der Weiterqualifizierung und der beruflichen Umschulung von Mädchen und Frauen zu unterstützen.

Das EP fordert zudem die Kommission und die Mitgliedsländer auf, Mittel aus dem EU-Haushalt und dem Corona-Aufbaufonds für spezielle Programme bereitzustellen, um mehr Mädchen und Frauen für die Arbeit und das Studium im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu motivieren und Programme für unternehmerische Initiative einzurichten, in deren Rahmen Frauen und Mädchen finanziert werden, die Technologieprojekte initiieren oder Unternehmen gründen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite von Eurostat.


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