Unterstützung

Forschungsförderung in der EU: Programm Horizont Europa kommt voran

Am 2. Februar hat EU-Forschungskommissarin Mariya Gabriel zusammen mit Europaabgeordneten und Vertretern der portugiesischen Ratspräsidentschaft den formalen Start des Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa (2021 bis 2027) verkündet.

10.02.2021 Bundesweit Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
  • © www.pixabay.de

Bis es tatsächlich anläuft und Unternehmen Mittel beantragen können, wird es aber noch dauern, da viele der Regelungen für die neuen EU-Programme noch nicht formell vom EU-Gesetzgeber verabschiedet sind. Die EU-Institutionen hatten sich bereits am 11. Dezember 2020 politisch auf das Forschungsprogramm Horizont Europa geeinigt. Allerdings mussten das Europäische Parlament und der Rat der EU den Rechtsgrundlagen noch formell zustimmen, was im Januar geschah. Das Programm wird für den Zeitraum 2021 bis 2027 mit rund 95 Milliarden Euro ausgestattet sein.

Die beschlossenen Mittel beinhalten fünf Milliarden Euro aus dem Corona-Wiederaufbauprogramm "Next Generation EU" sowie eine zusätzliche Aufstockung um vier Milliarden Euro, für die sich das Europaparlament in den Verhandlungen stark gemacht hatte. Zusammengenommen stellt das einen Anstieg gegenüber dem laufenden Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020" von fast 30 Prozent dar. Gestützt auf den Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) und dem European Innovation Council (EIC), der bislang nur als Pilotprojekt existierte, will das EU-Programm die Mitgliedstaaten bei ihren Forschungs- und Innovationsbemühungen unterstützen. So sollen Wirtschaft und Gesellschaft in der EU in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Ressourcennutzung und Abfallentsorgung krisenresistenter und nachhaltiger werden.

Der EIC soll die Funktion einer zentralen Anlaufstelle haben, um wesentliche Innovationen vom Labor bis zur Marktreife zu führen sowie Start-ups und kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) dabei zu helfen, ihre Ideen in einem größeren Maßstab umzusetzen. Er soll dabei die Arbeit des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) ergänzen. Während der Pilotphase ist es den Begünstigten des EIC gelungen, fast fünf Milliarden Euro von externen Investoren einzuwerben.

Horizont Europa soll mit anderen EU-Programmen wie zum Beispiel InvestEU, Erasmus+ oder den europäischen Struktur- und Investitionsfonds verzahnt werden, um eine schnellere Verbreitung von Forschungs- und Innovationsergebnissen und deren Überführung in die Praxis zu gewährleisten. In Bezug auf die Corona-Impfstoffforschung ist dies bereits gelungen: Hier haben die europäischen Unternehmen BioNTech und CureVac Zuschüsse aus bestehenden EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen erhalten sowie Darlehen, die über die Europäische Investitionsbank ausgezahlt wurden.

Hier erhalten Sie weitere Informationen.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden