Baden-Württemberg

Kultusministerin Marion Schick im Gespräch mit dem Vorstand des Berufschullehrerverbandes

Kultusministerin Marion Schick hat sich am Mittwoch (1. Dezember) in Esslingen zu einem Gespräch mit dem Vorstand des baden-württembergischen Berufschullehrerverbandes getroffen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen neben den künftigen Kooperationen zwischen Werkrealschulen und Berufsfachschulen vor allem Fragen der Ressourcenzuweisung an die beruflichen Schulen.

01.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Ich bin sehr dankbar, dass die Lehrerinnen und Lehrer an unseren beruflichen Schulen in den vergangenen Jahren durch freiwillige Mehrarbeit einen sehr wichtigen Beitrag zur Unterrichtsversorgung geleistet haben. Dies ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Wenn jetzt im Rahmen des beschlossenen Sparpakets die jüngeren Lehrerinnen und Lehrer eine Deputatsstunde Mehrarbeit leisten werden, die ihnen zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegolten wird, ist nun auch der richtige Zeitpunkt, um in einem Stufenplan in den Abbau der freiwillig geleisteten Mehrarbeit einzusteigen. In einem ersten Schritt im Schuljahr 2011/12 werden Überstunden an die Lehrkräfte im Gegenwert von ca. 100 Deputaten an die Lehrkräfte zurückgegeben", sagte Kultusministerin Marion Schick.

Der Berufsschullehrerverband (BLV) begrüßte diesen Einstieg in den Abbau der Überstundenbugwelle im kommenden Schuljahr. "Diese Maßnahme verschafft den beruflichen Schulen Luft und wird die enorme Belastung der Lehrerinnen und Lehrer an den berufliche Schulen spürbar mindern." Weitere Stellenzuweisungen zum Abbau der Überstundenbugwelle und des "strukturellen Defizits" müssten im nächsten Doppelhaushalt und in der nächsten Legislaturperiode vom Kultusministerium beantragt sowie von allen Fraktionen im Landtag mitgetragen werden. "Sonst wird die haushaltstechnische Lösung der Zurückzahlung des zinslosen Darlehens an die Lehrerinnen und Lehrer an den beruflichen Schulen durch das Land auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben", so Waldemar Futter, der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes. In diesem Zusammenhang begründete der BLV Frau Kultusministerin Marion Schick seine Ablehnung des Vorgriffsstundenmodells: " Die Belastung von jungen Lehrerinnen und Lehrern an den beruflichen Schulen hat bei abgesenkter Eingangsbesoldung (!) das zumutbare Maß bereits schon jetzt überschritten. Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen werden mit Teilzeitanträgen und reduzierten Deputaten reagieren, also bei gleicher Unterrichtsbelastung wie bisher Gehaltsverzichte hinnehmen (müssen). Das hilft doch nicht weiter", so Waldemar Futter.

Der BLV unterstützt Kultusministerin Marion Schick grundsätzlich bei ihrer Position zur Erhaltung von Bildungschancen für unsere Landeskinder im gegliederten Schulwesen mit den vielfältigen Anschlüssen im beruflichen Schulwesen, insbesondere bei ihrem "G9-Konzept: Realschule + Berufliches Gymnasium" und bei der sinnvollen Umsetzung des "Konzepts der Werkrealschule". Dem bedarfsgerechten Ausbau der beruflichen Gymnasien müssten Abstimmungen der beiden Bildungspläne vor allem in den Naturwissenschaften und Mathematik folgen, damit der Übergang in Zukunft noch besser gelingen könne als heute schon. Auf ein positives Prüfergebnis hofft der BLV bei seiner Forderung nach besseren Beförderungschancen und –quoten für gute Arbeit im pädagogischen Kerngeschäft: "Gute Lernergebnisse von Schülerinnen und Schülern durch gute Lehr-/Lernarrangements = durch guten Unterricht".


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