Zweijährige Berufsfachschule wird neu ausgerichtet

Die Konzeption der zweijährigen Berufsfachschule in Baden-Württemberg wird zum kommenden Schuljahr neu ausgerichtet. "Die Unterrichtsinhalte sollen den Betriebsalltag moderner Wirtschaftsunternehmen zukünftig besser abbilden. Der stärkere Praxisbezug des Unterrichts wird ergänzt durch eine neue Prüfungskultur, in deren Mittelpunkt die Fähigkeit zur kreativen Problemlösung steht", sagte Kultusstaatssekretär Helmut Rau MdL am Freitag in Stuttgart.

26.08.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Derzeit besuchen knapp 30.000 Schülerinnen und Schüler an rund 120 Standorten in Baden-Württemberg die zweijährige Berufsfachschule. An dieser beruflichen Vollzeitschule können leistungsstärkere Hauptschulabsolventen gleichzeitig eine berufliche Grundbildung und einen mittleren Bildungsabschluss erwerben. "Diese Doppelqualifikation macht die zweijährige Berufsfachschule zu einem Sprungbrett in die berufliche Ausbildung", betonte der Staatssekretär. Fachleute der Schulen haben gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) die Lehrpläne nach den neuesten pädagogischen Erkenntnissen überarbeitet. Der starke Praxisbezug der neuen Lehrpläne führt an den Wirtschaftsschulen dazu, dass eine integrierte Businesssoftware verwendet wird, um Einkaufs- und Verkaufsprozesse als Gesamtheit abbilden zu können. Die Prüfungskonzeptionen wurden so verändert, dass sich Schülerinnen und Schüler stärker einbringen können, beispielsweise durch eine in Eigenverantwortung gestaltete Präsentation eines Projekts. Nicht mehr isoliertes Faktenwissen soll abgefragt werden. Vielmehr soll die Prüfung den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeit unter Beweis stellen zu können, in vernetzten Denkstrukturen vielschichtige Problemstellungen zu lösen.

Die zweijährige Berufsfachschule bietet jungen Menschen eine ausgezeichnete Möglichkeit, über einen mittleren Bildungsabschluss und eine fundierte berufliche Grundausbildung ihre Chancen beim Übergang in Ausbildung und Beruf zu verbessern. Die Vermittlung einer fundierten beruflichen Grundbildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Teil der Schulzeit von Ausbildungsbetrieben auf eine anschließende duale Ausbildung angerechnet werden kann. So wird ein schneller Einstieg in den Beruf ermöglicht. Besonders erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule haben die Möglichkeit, über die beruflichen Gymnasien oder die Berufskollegs zum Abitur oder zur Fachhochschulreife zu gelangen. Die zweijährige Berufsfachschule leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems.


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