Bayern

"Aus von Jim Knopf und Urmel der Augsburger Puppenkiste im Kinderkanal nicht hinnehmbar"

Der Kinderkanal beschreitet leider verstärkt den Weg zu Soaps, Castingshows und den im Privatfernsehen üblichen Programmtrailern, die die Jüngsten zum Verbleib vor dem Bildschirm verleiten sollen, kritisiert Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle den Kinderkanal. Dem neuen Programmprofil mussten auch Sendungen der Augsburger Puppenkiste wie "Jim Knopf", "Urmel auf dem Eis" weichen oder sie wurden ins hektische Zeichentrickformat überführt.

23.01.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Für den Bayerischen Kultusminister stellt die veränderte Programmpolitik, die Sendungen wie "Dein Song" als Castingshow umfasst oder "KiKaninchen" bereits für Kinder ab 3 Jahren serviert, den medienpädagogischen Ansatz des Kinderkanals in Frage. "Ich kann diese dramatische Entwicklung nur bedauern", so der Minister. Es muss vor allem um die Frage der Ästhetik und der Wirkungen gehen, so der Minister. Kultusminister Spaenle weiß als langjähriger Redakteur eines öffentlich-rechtlichen Senders sehr genau, dass jeder Sender sich weiterentwickeln muss. Aber für ihn steht gerade beim Kinderkanal fest: Dieses Programmangebot lässt sich in Teilen mit dem öffentlich-rechtlichen Anspruch nicht decken - der Kinderkanal hat einen ganz besonderen Auftrag, der sich am Kind ausrichten soll und nicht an der Quote.

Als vermeintlich nicht mehr zeitgemäß hatten die Programmverantwortlichen im Kinderkanal die Beiträge der Augsburger Puppenkiste eingestuft und damit im Herbst 2011 auch "Jim Knopf" auf die traurige Reise ins "Nimmer-wieder-Land" und nicht nach "Lummerland" geschickt. "Über 400 Aufführungen der Stücke der Augsburger Puppenkiste vor Ort pro Jahr beweisen, dass diese Geschichten nach wie vor die Menschen erreichen", so Minister Spaenle.

Der Kinderkanal sollte intensiv daran arbeiten, solch medienpädagogisch wertvolle Beiträge wie die Augsburger Puppenkiste oder die des Kinderbuchsautors Paul Maar zum Maßstab für das Programmprofil zu machen und sich nicht am Privatfernsehen zu orientieren.


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