Bayern

Bildung und Begegnung der Menschen als tragfähige Säulen für lebendiges Europa

Hilft Bildung die nationalen und kulturellen Grenzen in Europa überwinden oder stellt sie sogar die Grundlage für ein geeintes Europa dar? Dieser Frage beantwortete Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Gespräch mit der EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend Androulla Vassiliou am Abend des 1. Juni in Brüssel unter dem Motto "Mobilität im Bildungsbereich – Ziele für Europa 2020" mit einem klaren Ja: "Die Idee eines geeinten Europa ist auf Bildung und Begegnung angewiesen".

01.06.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Wer den Einigungsprozess in Europa voranbringen wolle, müsse die Mobilität von Lernenden und Lehrenden fördern. Er dürfe dabei aber den kulturellen Reichtum Europas, die regionalen Besonderheiten und die Vielfalt der Bildungssysteme nicht in Frage stellen, so Spaenle.

Die Kultusministerkonferenz der deutschen Länder hatte unter Vorsitz von Dr. Ludwig Spaenle als KMK-Präsident erst am vergangenen Donnerstag in München eine Erklärung zur Mobilität in Europa verabschiedet. Sie will die Einigung Europas voranbringen und das europäische Bewusstsein und das Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa bei den jungen Menschen stärken.

In ihrer Erklärung plädierten die deutschen Kultusminister dafür, junge Menschen von den Vorteilen eines Auslandsaufenthalts zu überzeugen und bestehende Hindernisse für die Mobilität abzubauen. Abschlüsse und Studienleistungen im Ausland müssten den Studierenden anerkannt werden. Die EU müsse die jungen Menschen, die einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland verbringen, stärker in ihrem Vorhaben fördern. Das "Programm für Lebenslanges Lernen" habe sich als Instrument zur Förderung der Mobilität junger Menschen in Europa bewährt und den Fokus nicht einseitig auf Bildungsmaßnahmen für bestimmte Altersgruppen verengt. Reserviert begegneten die Länder deshalb dem Vorschlag der EU, die bestehenden EU-Bildungsprogramme in die EU-Initiative "Jugend in Bewegung" zu integrieren.

Für Bildungsfragen sind allein die Länder zuständig

Bayerns Kultusminister und KMK-Präsident Spaenle machte deutlich, dass für Bildungsfragen allein die Mitgliedsstaaten bzw. in Deutschland die Länder zuständig seien. Für den Gesamtstaat Bundesrepublik nimmt diese Verantwortung abschließend die Kultusministerkonferenz wahr. Die Kulturhoheit der Länder werde auch durch den Vertrag von Lissabon nicht eingeschränkt. "Wir vertrauen darauf, dass Europa die Vielfalt der Bildungssysteme seiner Mitgliedsstaaten anerkennt und wahrt", so Spaenle. Mit Blick auf die Europa 2020 Strategie mahnte Spaenle dazu, die Kompetenzverteilung im Bildungsbereich klar zu beachten. Spaenle wörtlich: "Die Verantwortung, die nationalen Bildungssysteme zu gestalten, liegt ausschließlich und ausnahmslos bei den Mitgliedsstaaten."


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