Bildungspolitik

Studie zeigt Handlungsdruck für Koalitionsverhandlungen

Eine aktuelle Sonderanalyse verdeutlicht: Bildungspolitik ist einer der entscheidenden Hebel, um demografischem Wandel, Fachkräftemangel und Innovationsschwäche zu begegnen. Die Untersuchung, durchgeführt vom Bildungsforscher Axel Plünnecke (IW Köln), weist auf akute Versäumnisse – aber auch auf konkrete politische Spielräume hin.

09.04.2025 Bundesweit Pressemeldung Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
  • Blick auf das Berliner Reichstagsgebäude in der Dämmerung. © Adobe Stock

Wird Bildung weiterhin isoliert betrachtet, drohen Verschärfungen zentraler wirtschaftlicher Probleme. Wird sie jedoch als integraler Bestandteil einer modernen Wachstumspolitik begriffen, eröffnet sie Chancen auf breiter Ebene:

  • Frühkindliche Bildung und gezielte Sprachförderung stärken die Leistungsfähigkeit von Kindern langfristig und erhöhen kurzfristig die Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen.
  • Investitionen in MINT-Fächer und Digitalisierung schaffen die Grundlagen für Innovationskraft und wirtschaftliche Resilienz.
  • Gezielte Zuwanderung ausländischer Studenten kann eine hochwirksame Ergänzung zur Fachkräfteeinwanderung sein

Gerade die Chancen der Zuwanderung ausländischer Studenten sind in Deutschland noch unterbelichtet: Als Akademiker werden sie bereits wenige Jahre nach Einwanderung zu überwiegend überdurchschnittlichen Einzahlern in Steuer- und Sozialsysteme. Im Gegensatz zur weiterhin lückenhaften Fachkräfteeinwanderung funktioniert die Zuwanderung über den Hochschulzugang bereits heute – unbürokratisch, institutionell gestützt und mit hoher Integrationswirkung im Studienalltag. Deutschland verfügt aktuell über ein Zeitfenster, um diese Potenziale besser zu nutzen: Der kurzfristige Rückgang bei inländischen Abiturienten im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 trifft auf wachsende internationale Nachfrage – weil klassische Zielländer wie die USA an Attraktivität verlieren.

Die aktuelle Analyse nimmt auch die bisher vereinbarten Maßnahmen der Bundesregierung in den Blick. Erste Fortschritte – etwa bei der Visa-Bearbeitung und internationalen Anwerbeprogrammen – sind sichtbar. Beim Ausbau gezielter MINT-Förderung besteht hingegen weiterhin Handlungsbedarf.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben: „Bildungspolitik ist kein Randthema, sondern muss zentraler Bestandteil jeder Wachstumsstrategie werden. Es gibt gute, auch schnell umsetzbare Lösungen, die von der neuen Regierung noch in diesem Jahr angegangen werden müssen.“


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden