Kinderrechte gehören in Kindertageseinrichtungen und Schulen
Damit Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen können, müssen die Kinderrechte im Alltag der Kindertageseinrichtungen und Schulen erfahrbar sein. Dies ist das zentrale Ergebnis des 5. Deutschen Kinderrechtetages der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland (NC), der am Wochenende unmittelbar vor dem heutigen 17. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention stattfand. Die Schirmherrschaft der Tagung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie in Bad Boll hatte Günther H. Oettinger übernommen, Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
20.11.2006 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)Als Übungsfelder der Demokratie sind Kindertageseinrichtungen und Schulen neben der Familie diejenigen Bildungsorte, an denen Kinder ihre wichtigsten Erfahrungen im sozialen Miteinander machen. Das Einüben von Werten und sozialen Fähigkeiten findet in großem Umfang in diesen Institutionen statt. Grundlegende gesellschaftliche Haltungen und Überzeugungen werden hier vermittelt. "Um Kindern Respekt vor anderen Menschen und die Achtung von Menschenrechten in einer demokratischen Gesellschaft zu vermitteln, sollten sich Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den Eltern als Verfechter für Kinderrechte verstehen. Kinderrechte gehören nicht nur in die Bildungs- und Lehrpläne, sondern müssen im Kindergarten- und Schulalltag für Kinder und Jugendliche konkret präsent sein", so Dr. Jörg Maywald, Sprecher der National Coalition.
Die National Coalition, ein bundeszentraler Zusammenschluss von rund 100 Organisationen,unter Rechtsträgerschaft der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ, unterstützt daher die Erklärung der Kultusministerkonferenz vom 3. März 2006, in der sich die Kultusminister/innen der Bundesländer einstimmig dafür ausgesprochen haben, "dass die Subjektstellung des Kindes und dessen allseitiger Entfaltungsanspruch in allen Schulstufen und -arten zu respektieren sind und Maßnahmen zur Förderung von Begabungsvielfalt sowie zur Vermeidung von sozialer Ausgrenzung verstärkt werden müssen."
Die Umsetzung dieses Anspruches steht allerdings noch aus. Die ausdrückliche Aufnahme von Kinderrechten in die Konzepte und Leitbilder von Kindertageseinrichtungen und Schulen und in die Schulverfassungen gehört ebenso dazu, wie die kindgerechte Vermittlung von Kinderrechten, die Umsetzung des Vorrangs des Kindeswohls und die altersgerechte Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen. Als wichtigen Schritt hin zu diesem Ziel spricht sich die National Coalition dafür aus, jährlich rund um den 20. November bundesweit Projekttage in den Kindertageseinrichtungen und Schulen zu den Kinderrechten durchzuführen.
"Die National Coalition setzt sich dafür ein", so Dr. Sabine Skutta, Sprecherin der NationalCoalition, "Kinderrechte in Ergänzung zu den Elternrechten im Grundgesetz zu verankern. Sie erwarte von allen Bundesländern, die Schulpflicht auch für Flüchtlingskinder zu verwirklichen. Außerdem fordert die NC die Bundesregierung erneut auf, ihre Vorbehaltserklärung gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückzunehmen."
Pressekontakt zur National Coalition: Claudia Kittel und Kirsten Schweder: (030) 400 40 –218 oder -216.
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