"Mit Sachverstand und Leidenschaft"

Am Montag beginnt die größte Bildungsmesse Europas. Bis zum 24. Februar präsentieren sich in Hannover insgesamt 746 Aussteller auf 26 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Dazu kommen mehr als 1 000 Vorträge, Seminare, Workshops und Symposien. bildungsklick.de hat einige Aussteller nach der Bedeutung dieses Bildungsevents und nach ihren Angeboten und Erwartungen gefragt.

17.02.2006 Artikel

Unsere Interviewpartner:

Cornelia Heering, Leiterin Vertriebsaußendienst Ernst Klett Verlag
Martin Seebohn, Leitung Schulkommunikation, Dudenverlag
Peter Kniep, Geschäftsführer Vertrieb der Verlagsgruppe Westermann Schroedel, Diesterweg, Schöningh Winklers GmbH
Ursula Rosengart, Geschäftsführerin Gabal Verlag und André Jünger (Gabal Verlag und Jünger Medien Verlag)
Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer Cornelsen Verlag

Was erwartet die Besucher der didacta bei Ihren Unternehmen?

Cornelia Heering: Eine Menge neuer Bücher natürlich, und insbesondere neue Konzepte als Antwort auf die drängenden Fragen, zunächst im Bildungsmarkt Niedersachsen, aber auch bezogen auf die bundesweiten Trends. Das Motto dieser Messe lautet bei uns ganz klar: "Sind Sie bereit für das Kerncurriculum" - und dazu haben wir zusätzlich ganz viele Materialien und Hilfen zusammengestellt. Im Mittelpunkt steht aber unser neues, alle Fächer umfassendes Lehrwerksprogramm mit über 500 neuen Titeln für alle Schulformen und Fächer, für die Grundschule, für die Sekundarstufen und die berufsbildenden Schulzweige. Auf die Reaktion auf unser neues Programm in den Fremdsprachen, in Deutsch und den Gesellschaftswissenschaften sind wir ganz besonders gespannt.

Martin Seebohn: Wir sind an mehreren Stellen auf der didacta präsent. In Halle 16 zeigen wir zum einen das neue Duden-Schulbuchprogramm für die Grundschule und die Sekundarstufe, schwerpunktmäßig für Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Zum anderen stellen wir unsere neuen Lernhilfen von der Grundschule bis zum Abitur wie z.B. "Einfach Klasse in" und die "Lesedetektive" vor. In Halle 17 präsentieren wir am Gemeinschaftsstand von BELTZ speziell Kindergarten- und Vorschultitel.

Wolf-Rüdiger Feldmann: Eine ganze Menge. Umfassende Informationen über neue Konzepte und Entwicklungen in der Aus- und Weiterbildung, hilfreiche Angaben zu den neuen Bildungsplänen in Niedersachsen, und das heißt konkret: Hilfestellung für die Praxis nach Abschaffung der Orientierungsstufe und vor Einführung der neuen Kerncurricula. Außerdem präsentieren wir neue Bildungsmedien, druckfrisch angeliefert, Schnupperkurse der Cornelsen Akademie sowie ein interessantes Rahmenprogramm und kompetente Gesprächspartner.

Peter Kniep: Die Besucher erwarten von den Verlagen Westermann, Schroedel, Diesterweg, Schöningh und Winklers Konzepte, Lösungen und Hilfestellung für den täglichen Unterricht, der nach den Studienergebnissen von PISA, TIMSS, DESI mit neuen Zielen entwickelt wurde und wird.

Ursula Rosengart: Gerade ist unser neues Buch " Günter, der innere Schweinehund, für Schüler" zusammen mit der Mentor Stiftung Deutschland erschienen. Weiterhin gibt es diverse Aktionen mit unserem Kooperationspartner Legamaster / Edding und mit unseren Autoren, die am Stand und in den Foren präsent sind.

Wie wichtig ist der direkte Kontakt auf der Messe mit Lehrern, Erzieherinnen und Weiterbildnern?

Wolf-Rüdiger Feldmann: Sehr wichtig. Wir wollen Lehrende direkt beraten und auf individuelle Fragen eingehen, auch zeigen, dass wir unsere Bildungsmedien mit hohem Sachverstand und mit Leidenschaft erstellen. Außerdem suchen wir das direkte Gespräch, um genau über die Bedürfnisse und Erfahrungen aus der Praxis informiert zu sein.

Cornelia Heering: Ohne die alljährliche "Tuchfühlung" mit den Lehrern und Lernenden wäre ein entscheidendes Moment der Kommunikation nicht möglich: Das Gefühl, mit den richtigen Antworten auf drängende Fragen in der Bildungspolitik ganz konkret reagieren zu können. Außerdem ist der "Marktplatz" Messe ein wichtiger Höhepunkt, um unser vielfältiges Angebot komplett in seinen neuesten Entwicklungen zu zeigen und darüber ins Gespräch zu kommen. Fortbildungsveranstaltungen und besondere Events, die wir uns standortbezogen in diesem Jahr sehr konkret auf die Grundschule und das Fach Englisch hin ausgedacht haben, sollen zusätzliche Kontaktmöglichkeiten bieten.

Martin Seebohn: Für uns ist die didacta ein ganz wesentlicher Baustein im Austausch mit Erzieherinnen und Lehrern. Bei zahlreichen Fachvorträgen, Diskussionsrunden, Präsentationen und vor allem bei Gesprächen am Stand suchen wir den direkten Kontakt zu den Erzieherinnen und Lehrern. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, Gespräche mit Autoren, Journalisten, aber auch Geschäfts- und Kooperationspartnern zu führen.

Peter Kniep: Insbesondere im direkten Kontakt mit Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern und Weiterbildnern gewinnen wir das Verständnis für unsere Aufgabenstellung. Die Messe ist dafür ein sehr wichtiges und interessantes Begegnungsforum. Sie gibt uns ferner die Möglichkeit, unsere Produkte und Lösungen zu präsentieren.

André Jünger: Für uns ist dieser Kontakt sehr wichtig, da nur in den persönlichen Gesprächen mit Kunden und Anwendern ein optimales feedback erfolgen kann, welches für die Weiterentwicklung unserer Produkte und Leistungen notwendig ist. Darauf sind wir angewiesen und dankbar. Außerdem ist die Beratung und damit auch die Einsatzmöglichkeit für den Kunden besser zu gestalten

Die Messe gilt mit mehr als 1.000 Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen auch als größte zentrale Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer, Erzieherinnen, Ausbilder und Weiterbildner. Welche herausragenden Themen bietet Ihr Unternehmen in Hannover?

Martin Seebohn: Die Vermittlung von Lese- und Schreibkompetenz spielt in unserem neuen Schulbuch- und Lernhilfenprogramm eine ganz zentrale Rolle, was wir in Hannover durch Vorträge, Diskussionen und Produktangebote an unseren Ständen entsprechend ausführlich begleiten werden. Außerdem führt der WDR-Journalist Joachim Hecker als Gast am Duden-Stand in Halle 16 F 20 von Montag bis Mittwoch spannende und abwechslungsreiche Experimente aus seinem neuen Buch "Kinder Brockhaus Experimente" durch.

Peter Kniep: Unsere Unternehmen bieten ein breites Themenspektrum mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen. Dazu zählen z.B. neue Konzepte für den Fremdsprachenerwerb, Diagnosetools zur Messung des Leistungsstands und zur Entwicklung individueller Förderkonzepte oder Themen für einen lernfeldorientierten Ansatz in der Berufsausbildung.

Wolf-Rüdiger Feldmann: Unsere Schwerpunkte auf der didacta sind: Diagnose und Förderung individueller Leistungsstände, frühkindliche Förderung und Unterstützung des Übergangs auf die Grundschule, Begabtenförderung und Förderung besonders benachteiligter Schüler, neue Unterrichtsmethoden für die Kernfächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Wir präsentieren aber auch frische Bildungsideen für die "kleineren Fächer": Zum Beispiel stellen wir unüberhörbar die neue Kooperation von Cornelsen mit dem Lugert-Verlag zur Musikerziehung vor. Rund um die Uhr gibt die Cornelsen Akademie außerdem Seminar-Kostproben, wie zum Beispiel über die Weiterbildung und Qualifizierung zum Schulleiter/Schulleiterin.

André Jünger: Unsere Unternehmen waren schon immer auch durch audio-visuelle Medien geprägt. Ein innovatives und mehrfach ausgezeichnetes Konzept, das Bücher mit Internetworkshops kombiniert, und daher als medialer Brückenschlag bezeichnet wird, steht im Vordergrund unserer Präsentationen.

Cornelia Heering: Die zentralen Themen konzentrieren sich auf unsere mehr als 500 Neuerscheinungen und ihre Bedeutung für die kommenden Kerncurricula.

PISA, so sollte man meinen, hat die Öffentlichkeit sensibler gemacht für Bildungsthemen - erwarten Sie also neben dem Fachpublikum auch verstärkt interessierte Erwachsene und Medien?

Peter Kniep: Wir freuen uns über Schüler wie Eltern, die zur Messe kommen. Wir wissen aber, dass diese Messe weitgehend ein Event der Fachbesucher (Lehrer, Erzieher, Weiterbildner) ist. Darauf haben wir uns eingestellt.

André Jünger: Sicher wird der Zuspruch und das Besucheraufkommen von Erwachsenen steigen, gerade in einer Zeit wo die Aus- und Weiterbildung immer mehr in die Hände der privaten Endnutzer gelegt. wird. Allerdings darf man auch die Positionierung der Messe als Fachmesse nicht verkennen. Ich glaube dennoch, dass durch zusätzliche Angebote diese Zielgruppe künftig auch diese Messe als Plattform entdecken wird. Eine sehr gute Beteiligung der Presse ist aus meiner Sicht garantiert.

Martin Seebohn: Wir hoffen, dass die Medienpräsenz auf der didacta weiter zunimmt. Denn Themen gibt es hier reichlich, wenn man sich das umfassende Bildungs- und Lernangebot anschaut. Um Eltern stärker anzusprechen, müsste sicherlich an der Grundausrichtung der Messe etwas geändert werden

Cornelia Heering: Nicht allein Pisa, sondern die Entwicklungen im Bildungssektor insgesamt haben einen Paradigmenwechsel in der Verantwortung für Bildung und Lernen bewirkt. So ist es nur begrüßenswert, wenn im Zuge der Autonomie der Schulen und der zunehmenden Einbeziehung der Eltern durch Elternkauf eine Öffnung des Blicks auf Lehr- und Lernmittel geschieht. Wir freuen uns auf die hohe Anzahl von Eltern und Schülern, die großes Interesse an Übungs- und Lernhilfen und Zusatzmaterialien zeigen und von uns intensiv beraten werden.

Wolf-Rüdiger Feldmann: Ja, denn Bildung geht alle an: Familien, Lernende, Lehrende und Erzieher, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Zum Schluss ein Blick hinter die Kulissen: Eine fünftätige Messe will gut organisiert sein - was ist dabei die größte Herausforderung an Ihr Unternehmen: etwa Transport, Verpflegung oder Personalaufwand?

Ursula Rosengart: Da wir auf 40- 60 Messen und Kongressen im Jahr präsent sind, ist die Vorbereitung bei uns doch eher Routine.

Martin Seebohn: Die größte Herausforderung besteht erst einmal darin, rechtzeitig vorher an alles gedacht und alles soweit wie möglich gut vorbereitet zu haben. Am Aufwändigsten ist sicherlich der Transport und der Aufbau des Standes.

Peter Kniep: Die Verpflegung ist sicherlich das einfachste Problem. Neben der Bereitstellung eines fachkundigen Personals und der logistisch anspruchsvollen Herausforderung halte ich die mentale Einstellung für die wichtigste Herausforderung. Im Umfeld von Besucherströmen, einem geänderten Arbeitsort, Hektik in der Vorbereitung mit einer Mannschaft voll und ganz auf das Publikum eingestellt zu sein.

Cornelia Heering: Das Spannendste ist in jedem Jahr wieder der Moment am Morgen des ersten Messetages, wenn alles an seinem Platz bereitgehalten wird für den ersten Besucherstrom. Und unsere vielen Angebote so darzustellen, dass jeder seinen Weg findet und eine "persönliche Navigationsroute" zu seinem Zielpunkt, d.h. seinem Fach und der ihn betreffenden Schulform findet. Auf diesen Moment freuen wir uns als Aussteller und Arrangeure des Bildungsangebots in diesem Jahr in Hannover besonders.

Wolf-Rüdiger Feldmann: Ich will mit ganz konkreten Zahlen antworten: 300 Verlagsmitarbeiter am Stand (für Beratungsgespräche), sieben LKW für den Aufbau des zweistöckigen Stands auf 800 Quadratmetern, zwei Lkw voll mit Büchern und Bildungsmedien für Ausstellung und Präsentationen, 230 eigens erstellte Informationsprospekte und Werbemittel (und das sind mehrere Tonnen) und schließlich zur Bewirtung allein 600 Liter Wasser für die Wasserspender auf dem Stand.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden