Museumsführung per Handy

Staatsekretärin Dr. Susanne Reichrath hat heute (21.07.2007) den Startschuss für die deutschlandweit erste mobile Museumsführung mit dem Handy gegeben. Sie wurde von Wolfgang Birk vom Landesinstitut Pädagogik und Medien (LPM) für das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen entwickelt. Die Museumsführung ist als Gruppenarbeit für die Zielgruppe "Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II" konzipiert.

21.07.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Das Handyquiz trägt dem Wunsch nach Aktivität bei den Jugendlichen besonders Rechnung und das Mobiltelefon ist unter Jugendlichen ein vertrautes Medium, das einen hohen emotionalen Stellenwert besitzt", sagte Reichrath beim Museumsrundgang. "Auf diese Weise kann man den Motivationsfaktor gut mitnutzen". Die Programmierung des Systems erfolgte durch die Firma eyeled GmbH in Saarbrücken, einer Ausgründung aus dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI).

Das Programm stellt den Gruppen verschiedene Aufgaben und motiviert durch Lösungspunkte zum Weitermachen. Falsch beantwortete Fragen können in einem zweiten Durchgang wieder korrigiert werden. Nach der elektronisch gesteuerten Führung sollen die Besucher in einer Integrationsphase spielerisch Einblick in die Wissens- und Lernbereiche der anderen Gruppen erhalten. Das System lässt sich auch für Familien und Einzelbesucher einsetzen.

Erfahrungen mit diesem Konzept konnten bereits in dem gemeinsamen Projekt von SPARDA Bank und Kultusministerium "Kunst ist Klasse" gesammelt werden, bei dem Schüler mit einem Pocket-PC die Inhalte der Schlosskirche erkunden. Die Gruppenarbeit stößt bei den Schülern auf sehr positive Resonanz. Beeindruckend ist auch die bessere Behaltensleistung durch die Eingabe und Kontrolle im elektronischen Medium.

Während der Pocket-PC ausgeliehen werden muss, ist das Handyquiz ohne Betreuung des Personals im Museum durchführbar. Die Datenübertragung per Bluetooth ist für die Nutzer kostenfrei, es brauchen keine Telefon- oder Datenverbindungen zu Handybetreibern aufgebaut zu werden. Die Bluetooth-Station erkennt Handys mit aktiviertem Bluetooth selbstständig und bietet die Quiz-Datei zum Download an. Was einfach klingt, hat seine Tücken im Detail: Es gibt derzeit mehr als 18 verschiedene Bildschirmauflösungen von bluetooth-fähigen Handys. Die Tastenbelegungen sind von Handytyp zu Handytyp ebenfalls unterschiedlich und zu guter Letzt gilt es auch noch einen Missbrauch von Daten zu vermeiden. Diese technischen Klippen hat die Firma eyeled gelöst. Staatssekretärin Dr. Susanne Reichrath zeigte sich beeindruckt von dem Projekt und lobte die gelungene Zusammenarbeit: "In diesem Projekt zeigt sich, wie innovatives Wissen junger IT-Unternehmen und neue Lernstrategien für die Lehrstoffvermittlung mit großem Erfolg entwickelt werden können".

Das neue System ist aber nicht nur für große Museen interessant. Über eine vereinheitlichte Eingabemaske könnten in Zukunft die kleineren Heimatmuseen ebenfalls Audioführungen durch ihre Sammlung anbieten. So könnte man auch das wertvolle Wissen der älteren Museumsführer für die Zukunft der Heimatmuseen nutzen. Als Investition muss lediglich eine Beamstation angeschafft werden.

Darüber hinaus hat die Firma Eyeled gemeinsam mit Wolfgang Birk eine neue Lernstrategie entwickelt, die ebenfalls über das Handy abgerufen werden kann. Dieses Lernkonzept fußt auf der Technik der Verknüpfung von abstrakten und gegenständlichen Lerninhalten mit Bildern und Geschichten. Diese Lerntechnik wird in vielen Management-Trainings vorgestellt, hier soll sie für die Schüler zum Faktenlernen eingesetzt werden. Drei Geschichten fassen Kerninhalte des Zeitungsmuseums zusammen. Wegen der Arbeit mit bildlichen "Eselsbrücken" hat Wolfgang Birk seine bebilderte Geschichte "Lernen mit dem Esel genannt". Bis zum Schuljahresbeginn wird die Handyversion vorliegen.


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