Berufliche Bildung europatauglich machen

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) soll die europaweite Vergleichbarkeit der Berufsabschlüsse und allgemeinen Qualifikationen herstellen. Bei der Umsetzung des Qualifikationsrahmens in Deutschland stellt sich die GEW auf die Seite der Absolventen der beruflichen Bildung und fordert eine angemessene Anerkennung und Wertschätzung ihrer schulischen Leistungen sowie Fairness und Transparenz in diesem Verfahren. Zugleich warnt die Gewerkschaft vor der Entstehung eines bürokratischen Monsters ähnlich der Umstellung auf die Bachelor-/Master-Studiengänge an den Hochschulen.

23.09.2009 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Anlässlich des Berufskollegtages der GEW, der am Donnerstag, den 24. September, am Louis-Baare-Berufskolleg in Bochum mit Schulministerin Sommer stattfindet, erklärte GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber: "Es wird Aufgabe der Schulministerin sein, die Lern- und Arbeitsbedingungen an den Berufskollegs zu verbessern, um den hohen Anspruch des EQR in den Berufskollegs in NRW zu verwirklichen und damit die berufliche Bildung europatauglich zu machen." Zu der Fachtagung erwartet die GEW über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

"Auch am Berufskolleg muss das Recht jedes Schülers auf individuelle Förderung gemäß Paragraf 1 des Schulgesetzes eingelöst werden," forderte der GEW-Landesvorsitzende. "Das sind wir den über 572 000 Schülerinnen und Schülern schuldig."

Im Kern geht es - so Meyer-Lauber - um die Beseitigung des Lehrermangels vor allem in den sog. MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der gut 26 000 Lehrkräfte. Zudem muss nach Auffassung der GEW die sachliche und technische Ausstattung der 356 Berufskollegs in NRW modernisiert und verbessert werden. Das Berufskolleg ist nach der Grundschule übrigens die größte Schulform in NRW.

Mit Blick auf die schwierige Lage auf dem Lehrstellenmarkt forderte Meyer-Lauber mehr für die berufliche Bildung zu tun: "Gerade in Zeiten der Krise pochen wir als Bildungsgewerkschaft auf das Grundrecht auf Ausbildung für jeden Jugendlichen."

Hintergrund: Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR)

Mit der Verständigung auf einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) arbeiten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie Gewerkschaften, Arbeitgeber und Bildungsexperten an einer umfassenden, bildungsbereichsübergreifenden Matrix zur Einordnung von Qualifikationen, die die Orientierung im deutschen Bildungssystem erleichtern soll. Der DQR beschreibt auf acht Niveaustufen fachliche und personale Kompetenzen und Qualifikationen, die in der allgemeinen, beruflichen und Hochschulbildung erworben werden. Ausgangspunkt ist die Empfehlung des Europäischen Parlaments zur Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR), mit dem die Vergleichbarkeit auf europäischer Ebene und ein entsprechendes Bezugssystem hergestellt werden soll.


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