Frohe Ferien!? Nix wie weg!
Am Mittwoch beginnen für die Berliner Lehrerinnen und Lehrer die wohlverdienten Sommerferien. Bis heute weiß niemand, und am wenigsten weiß es die Senatsbildungsverwaltung, was das neue Schuljahr bringen wird.
21.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinDazu die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: "Noch nie klafften Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander wie in diesem Jahr. Keines der im neuen Schulgesetz angelegten Reformvorhaben ist gründlich vorbereitet, organisatorisch geplant und personell abgesichert."
So wissen die Schulen zu Ende des Schuljahres immer noch nicht,
- wie sie bei der zu erwartenden Unterausstattung Stundenpläne aufstellen können, die den Regelunterricht vollständig abdecken,
- wie die Personalausstattung mit Erzieherinnen in der verlässlichen Halbtagsgrundschule, in Ganztagsgrundschulen und im Hortbereich sein wird,
- mit welchem Personal die zusätzlichen ca. 13.500 Schülerinnen und Schüler der neuen flexiblen Schulanfangsphase beschult werden sollen,
- wie die Sprachförderung für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache im bisherigen Umfang aufrechterhalten werden kann,
- ob die bisher erfolgreiche Integrationsarbeit bei zum Teil drastisch reduzierter Lehrerstundenzuweisung weitergeführt werden kann,
- in welchem Ausmaß Klassenzusammenlegungen, Frequenzerhöhungen oder Streichung von zusätzlichen Unterrichtsangeboten nötig sein werden, um nicht von Anfang an mit Unterrichtsausfall leben zu müssen.
Rose-Marie Seggelke: "Das sind nur einige Beispiele. Wir sehen jetzt schon, dass pädagogische Gesichtspunkte auf der Strecke bleiben. Ein Senator, der Bildungspolitik hauptsächlich mit dem Instrument des Rechenschiebers betreibt und Lehrkräfte solange hin- und herschiebt, bis irgendwelche Zahlen stimmen, soll aufhören, von inhaltlichen Reformen und von Qualitätsverbesserungen zu reden."
Die GEW BERLIN erneuert ihre Forderung, dass zur inhaltlichen Absicherung der Reformen Neueinstellungen in wesentlich größerem Maß als bisher geplant notwendig sind. Wenn die Senatsbildungsverwaltung davon ausgeht, dass sie ihre ehrgeizigen Reformvorhaben zum Nulltarif umsetzen kann, ist sie auf dem Holzweg.
Die GEW BERLIN wünscht dennoch den Eltern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und den Schulleitungen erholsame Ferien. Sie alle werden diese Erholung bitter nötig haben!
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