GEW zur Schulreform: Lob für die Ziele – Maßnahmen verbesserungswürdig
"Lob für die Ziele, aber Kritik an einzelnen Maßnahmen", umriss Dr. Kai Niemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Dienstag, 06. 12. 2005, in Kiel die Haltung seiner Gewerkschaft zu den Eckpunkten der Landesregierung zur Weiterentwicklung des Schulsystems.
06.12.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein"Der Bildungsministerin gebührt großes Lob dafür, dass sie die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt der Schule rücken will", sagte der GEW-Landesvorsitzende. Das weitgehende Abschaffen von Sitzenbleiben und Schrägversetzungen seien sinnvolle Maßnahmen. Beides habe bisher in der Regel nicht den gewünschten Erfolg gebracht, wie alle Untersuchungen belegten.
"Ein Fehler wäre es allerdings, lediglich das Sitzenbleiben abzuschaffen und ansonsten die Kinder ihrem Schicksal zu überlassen. Wenn wir die ehrgeizigen Ziele der Bildungsministerin erreichen wollen, brauchen wir eine bessere personelle Ausstattung der Schulen und den Ausbau von Unterstützungssystemen, wie zum Beispiel speziellen Förderunterricht", so Kai Niemann. "Genauso wenig wie Reinhold Messner in Straßenschuhen zum Nordpol marschieren kann, kann ein Schulsystem ohne entsprechende Ausstattung mehr Kinder zu höherwertigen Schulabschlüssen führen."
"Weiter im Unklaren" blieben nach Ansicht des GEW-Landesvorsitzenden die Vorstellungen der Bildungsministerin zur Gemeinschaftsschule. Konkretisierungen und präzisere Festlegungen seien dringend notwendig, um die Gemeinschaftsschule tatsächlich als neue Schulform in Schleswig-Holstein zu etablieren.
Zur Einführung eines Fortbildungsnachweises für Lehrkräfte merkte Kai Niemann an: "Für die meisten Lehrerinnen und Lehrer ist es eine Selbstverständlichkeit, sich für ihre Aufgaben fortzubilden. Vom Arbeitgeber dürfen wir aber auch verlangen, dass ihm die Fortbildung seiner Lehrkräfte mehr Wert ist als knapp 18 Euro pro Kopf und Jahr."
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