Schuljahr 2005/2006: Der Fehlstart geht weiter!
Trotz aller Beschwichtigungen der Senatsbildungsverwaltung mehren sich die Anzeichen, dass das nächste Schuljahr für Lehrkräfte, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern und Eltern noch zahlreiche böse Überraschungen bringen wird.
28.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinDas neueste Beispiel: Die Uckermark-Grundschule in Berlin-Schöneberg erfuhr am ersten Ferientag, dass das neue Schuljahr mit Klassenauflösungen und -zusammenlegungen beginnen wird. Die KlassenleiterInnen der zukünftigen 2. Klassen mussten auf Anweisung der bezirklichen Schulaufsicht unter sich entscheiden, welche ihrer Klassen aufgelöst wird. Zwei Gründe wurden genannt:
- Die bezirkliche Schulaufsicht dulde keine unterfrequentierten Klassen (20 statt der vorgeschriebenen 28 Schüler je Grundschulklasse) mehr.
- Wegen der erstmaligen Einschulung der fünfeinhalbjährigen Kinder muss die Schule zum neuen Schuljahr fünf neue erste Klassen eröffnen statt bisher vier Klassen, was zu erheblichen Raumproblemen an der Schule führt.
Diese Anweisung erging nach wochenlangen Diskussionen innerhalb des Kollegiums und mit der Schulaufsicht und obwohl kurz vor Beginn der Ferien schulintern ein pädagogisch sinnvoller Kompromiss gefunden wurde, mit dem alle Beteiligten in der Schule einschließlich der Eltern einverstanden waren, - offensichtlich aber nicht die bezirkliche Schulaufsicht, der es nicht um pädagogische Entscheidungen, sondern rein um die Erfüllung finanzieller Senatsvorgaben geht. Für die GEW BERLIN zeigt diese Entscheidung wieder einmal, dass alle Aussagen des Bildungssenators über pädagogische Kontinuität und eine beabsichtigte Qualitätssteigerung der Berliner Schule der Wirklichkeit nicht standhalten.
"Wenn es dem Senat um eine wirkliche Reform des Berliner Schulsystems ginge, wie es in Ansätzen das seit einem Jahr geltende Schulgesetz aufzeigt, dürfen pädagogisch sinnvolle Entscheidungen einzelner Schulen nicht mit finanziellen Argumenten untersagt werden," so Hans Jürgen Rausch, Leiter des Referats Bildung der GEW BERLIN.
Die GEW BERLIN hat wiederholt gefordert, die beabsichtigten Veränderungen in der Grundschule, sei es die flexible Schulanfangsphase oder die Einrichtung der Ganztagsbetreuung, personell, finanziell und inhaltlich so zu planen, dass ein Schulanfang ohne Chaos möglich wird. Es ist aber zu befürchten, dass genau dies beim derzeitigen Stand des kommenden Schuljahres eintreten wird.
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