Weiterer Zwischenbericht zur Rechtschreibreform

Bildungsthemen der Woche im Online-Spiegel

31.07.2004 Artikel

Rechtschreibreform (Zwischenbericht)

Während gestandene Bildungsinstitutionen unkommentiert dahin siechen, lassen Politiker und Verbände im Jahrhunderststreit über richtige Schreibweisen ihre Muskeln spielen. Mal wird die Rechtschreibreform abgelehnt, mal der Stopp der Reform gefordert, dann die Ablehnung abgelehnt oder eine endgültige Entscheidung gefordert, Hamburg hält sich raus und die Öffentlichkeit wundert sich über den aktuellen Zick-Zack-Kurs in einer Reform, die bereits vor neun Jahren beschlossen wurde. Altvordern raten zum Hauruck, Kultusminister wollen alte Gänge noch einmal servieren und vereinzelt wird um Vernunft gefleht. Österreich bereitet sich sachorientiert auf die Reform vor und eine Mehrheit der Deutschen soll deren Rücknahme wollen. Der Duden verteidigt das Neue. Berliner Senator ist zwar gegen Reform aber auch gegen deren Rücknahme. Hessens Koch: dito. Norddeutsche Länderchefs plädieren in ihrer Mehrheit für die beschlossenen Regeln und Niedersachsen findet sich in der Rolle des Einzelkämpfers wieder. Sprachforscher bestätigen den bisherigen Erfolg der Reform und Unermüdliche setzen jetzt auf Basisdemokratie.

Föderalismus samt Blüten

Im Streit in Sachen Bildungsföderalismus wird Grundsätzliches gefordert, dann zügig zurück gewiesen, Änderungsbedarf angemahnt und schließlich der Topf vom Feuer geholt.

Zuständigkeiten des Bundes soll das Bundesverfassungsgericht in Sachen Juniorprofessur limitieren, weil Bundesländer Kompetenzüberschreitungen nicht dulden. Die Richter erkennen Verfassungswidrigkeit und lösen bei den Betroffenen, die eigentlich mit ihrer Situation recht zufrieden sind, Verunsicherungen aus. NRW und Rheinland-Pfalz bestätigen Länderregelungen. Bulmahn will weiterhin einheitliche Lösung. Goppel stellt fest, dass alle Länder für die Juniorprofessur sind und die jungen Forscher verstehen die Welt nicht mehr.

Kommerz

Wider den Kommerz für deutsche Schulen streiten Verbraucherzentralen.

Lernen ein Leben lang

Expertenkommission berichtet zum lebenslangen Lernen und löst damit Überlegungen aus, wie deren Finanzierung auf neue gesellschaftliche Basis gestellt werden kann.

Virtuelles

In Bayern werden die ersten Abschlussprüfungen einer Berufsoberschule im Internet abgelegt und die TU Darmstadt gründet ihr E-Learning Center.

..... und außerdem

ist die Tabufrage, ob Sitzenbleiben pädagogisch und ökonomisch überhaupt sinnvoll ist, anderswo längst beantwortet: Individuelle Förderung ist wirkungsvoller.


Fundort: bildungsticker.de

- Die Dynamik der Online-Medien bedingt unterschiedlich lange Aktualität der Links im Ticker -


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