63 000 Kinder absolvieren die zweite Stufe der Sprachstandsfeststellung

Knapp 63.000 Kinder, die in zwei Jahren in die Grundschule kommen, nehmen seit der vergangenen Woche an der zweiten Stufe der Sprachstandsfeststellung teil.

06.06.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Bei ihnen wird festgestellt, ob die Sprachentwicklung altersgemäß entwickelt ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um erfolgreich am Schulunterricht teilnehmen zu können.

Ist dies nicht der Fall, erhalten die Kinder eine verpflichtende Sprachförderung. Dafür bekommen die Kindertagesstätten pro Kind und Jahr 340 Euro zusätzlich. Insgesamt sind in diesem Jahr rund 161.000 Kinder an der Sprachstandsfeststellung beteiligt, weil sie in zwei Jahren schulpflichtig werden.

2007 war erstmalig bei allen Kindern eines Jahrgangs die Sprachfeststellung durchgeführt worden, die im neuen Schulgesetz verankert ist. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 90.000 Kinder an der zweiten Stufe teil. Diese Zahl lässt sich mit der von 2008 nicht vergleichen, weil sich das Verfahren verändert hat. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte 2008 schon in der ersten Stufe des Verfahrens ein zusätzlicher Sprachförderbedarf festgestellt werden. Dies war bei rund 20.000 Kindern der Fall. Sie müssen ebenso wenig an der zweiten Stufe teilnehmen, wie jene, die ganz offensichtlich über eine gute Sprachentwicklung und gute Deutschkenntnisse verfügen.

Für die Sprachstandsfeststellung hatte die Landesregierung ein zweistufiges Verfahren an der Universität Dortmund entwickeln lassen, bei dem zunächst Kinder in kleinen Gruppen in den Kindertageseinrichtungen gemeinsam von Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern mit einem kindgemäßen Testverfahren auf ihre Sprachfähigkeiten überprüft werden. Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen, sowie jene, über deren Sprachentwicklung nach diesem ersten Test aus unterschiedlichen Gründen noch keine klare Aussage gemacht werden kann, nehmen dann an einem vertiefenden Einzeltest in der so genannten zweiten Stufe teil, die im Rahmen der Sprachstandsfeststellung 2008 jetzt begonnen hat. Jeweils zwei Wochen vor und nach den Osterferien hatte die erste Stufe stattgefunden. 2007 war nach Abschluss des Verfahrens bei rund 30.500 von insgesamt 178.000 betroffenen Kindern ein zusätzlicher Sprachförderbedarf festgestellt worden. Die Landesregierung hat die Mittel für die Sprachförderung deutlich erhöht von 7,5 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 28 Millionen Euro im Jahr 2008. Nicht zuletzt deswegen ist die Zahl der Kinder in den Kindergärten in diesem Jahr erheblich um rund 30.000 gestiegen.


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