Ausbau von Kinderkrippen: Meilenstein mit Schönheitsfehlern
"Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem familienfreundlicheren Deutschland. Er muss aber ab 2013 uneingeschränkt gelten und darf nicht vom dann erreichten Ausbaustand bei den Krippenplätzen abhängig gemacht werden", sagte Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Dienstag, 15.5.07 in Kiel zum Krippen-Kompromiss der Berliner Koalition.
15.05.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinIn Schleswig-Holstein liege die Quote für Krippenplätze erst bei rund sieben Prozent. Deshalb müsse der Ausbau von Krippenplätzen jetzt zügig voran schreiten, ohne zu Lasten von Kindern und Erzieherinnen zu gehen, so Bernd Schauer. "Wir dürfen beim Ausbau die Qualität nicht aus dem Auge verlieren. Größere altersgemischte Gruppen, wie sie die Landesregierung mit ihrer neuen Verordnung anstrebt, sind zum Beispiel ein falscher Weg. Denn wir brauchen keine größeren, sondern kleinere Gruppen in den Kindertagesstätten." Die Landesregierung plant, die Zahl der Kinder in altersgemischten Gruppen von bisher maximal 15 Kinder auf bis zu 19 Kinder zu erhöhen.
Der GEW-Landesgeschäftsführer plädierte dafür, den Erzieherinnenberuf attraktiver zu machen. "Wenn wir die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Erzieherinnen nicht verbessern, werden wir den zukünftigen Bedarf nicht decken können. Welcher junge Mensch hat schon Lust neben seiner anspruchsvollen Tätigkeit in einer Kindertagesstätte abends noch putzen zu gehen, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen?"
Scharfe Kritik übte Bernd Schauer an der von der CDU durchgesetzten "Herdprämie": "Es ist äußerst bedauerlich, dass hier zur Rettung eines völlig verschrobenen und antiquierten Familienbildes von Teilen der CDU/CSU Geld locker gemacht wird. Das Geld wäre zur Förderung der Kinder in Kinderkrippen und Kindertagesstätten wesentlich besser aufgehoben."
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