Bei der Kinderbetreuung ist noch viel zu tun

Dringender Handlungsbedarf besteht in Deutschland noch immer bei der Kinderbetreuung. Das zeigt der neue Kita-Check des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in den die Antworten von mehr als 6.700 Kindertagesstätten eingeflossen sind.

06.11.2008 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

"Familie und Beruf müssen vereinbar sein – darin sind sich alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Akteure einig", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun, der die Erhebung heute in Berlin vorstellte. Voraussetzung hierfür sei eine flexible Kinderbetreuung, die sich an den Bedürfnissen von Eltern und Betrieben orientiere, und das bundesweit. "Leider sind wir davon immer noch weit entfernt", bedauerte Braun. Die Ergebnisse des DIHK-Kita-Check 2008 offenbarten vielmehr "dringenden Handlungsbedarf".

Als ganz wesentlichen Hemmschuh hob der DIHK-Präsident die Öffnungszeiten hervor: "96 Prozent der Kitas haben unter der Woche nach 18 Uhr nicht mehr geöffnet. 99 Prozent der Kitas sind am Samstag geschlossen." Ein weiteres Problem seien die Schließzeiten während der Ferien.

Die Organisation der Industrie- und Handelskammern (IHKs) fordert laut Braun daher unter anderem, generelle Schließzeiten am Samstag und in den Ferien ohne Ersatzangebot abzuschaffen. Darüber hinaus müssten die Kitas Freiräume für die Aushandlung individueller Betreuungszeiten erhalten.

Der DIHK-Check habe ergeben, so Braun weiter, dass Betriebs-Kitas und privatgewerbliche Träger in fast allen Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielten. Entsprechend fordert die IHK-Organisation, dass alle Träger von Einrichtungen – auch die privat-gewerblichen – die öffentliche Förderung erhalten, wenn sie die vorgeschriebenen qualitativen Anforderungen erfüllen. Der DIHK-Präsident sprach sich in diesem Zusammenhang auch dafür aus, die Betreuungsförderung mittelfristig auf ein Gutscheinsystem umzustellen. "Der Kita-Check 2008 zeigt, dass noch viel zu tun ist", resümierte Braun. "Nur wenn sich alle Beteiligten engagieren, können die dringend notwendigen Verbesserungen erreicht werden."


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