Böhmer: Länder müssen Bildung für Migranten schnell verbessern

Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat anlässlich des Bildungsgipfels an die Länder appelliert, ihre Zusagen zur Verbesserung der Bildung für Migrantinnen und Migranten schnell umzusetzen.

22.10.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Mit Blick auf den heutigen Bildungsgipfel unterstrich die Staatsministerin: "Es ist unverzichtbar, dass auch die Länder ihre Selbstverpflichtungen aus dem Nationalen Integrationsplan zur Verbesserung der Bildungssituation von Migranten weiter einhalten. Beim Integrationsgipfel am 6. November 2008 werden wir eine erste Zwischenbilanz ziehen."

"Zum heutigen Bildungsgipfel hätte ich mir gewünscht, dass die Länder insbesondere bei der frühen Sprachförderung und bei der Halbierung der Schulabbrecherquoten ihre Zeitziele enger gesteckt hätten", so Böhmer weiter. "Im Nationalen Integrationsplan haben die Kultusminister der Länder zugesagt, die Schulabbrecherquote der Jugendlichen mit Migrationshintergrund innerhalb der nächsten fünf Jahre - von 2007 an gerechnet also bis 2012 - an den Durchschnitt aller Schülerinnen und Schüler anzugleichen. Das heißt, die Abbrecherzahlen zu halbieren, das ist drei Jahre eher als das Zeitziel, das heute zu den Gesamtzahlen verabredet werden wird."

Die OECD-Studie zur Armutsentwicklung habe noch einmal deutlich gemacht, dass Deutschland bei der Armutsbekämpfung dringenden Nachholbedarf habe. "Bildung ist das beste Mittel gegen Armut. Das gilt insbesondere für Migrantinnen und Migranten, denn sie sind überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen", betonte Böhmer.

Die Staatsministerin unterstrich den engen Zusammenhang von Bildung und Integration. "Bildung ist der Schlüssel für Integration. Und Verbesserungen in der Bildung erreichen wir nicht ohne Erfolge in der Integration. Nur wer eine gute Bildung und Ausbildung hat, kann die Chancen, die unser Land bietet, auch nutzen. Zugleich können wir die Probleme unseres Bildungssystems nur durch eine bessere Sprachförderung, Bildung und Ausbildung der Migrantinnen und Migranten lösen", betonte Böhmer. Als zentrale Punkte der Initiative hob die Staatsministerin neben der verbindlichen Einführung von Sprachstandstetst und Sprachförderung und der Halbierung der Schulabbrecherquote die Intensivierung der Elternarbeit, die verstärkte Gewinnung von pädagogischem Personal mit Migrationshintergrund und die bessere Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen hervor.

In der Praxis einzelner Länder gebe es noch erhebliche Defizite, so die Staatsministerin weiter. So werde in Berlin der gesetzliche Anspruch auf Sprachförderung vor der Einschulung vom Senat nicht in ausreichendem Maße umgesetzt. Insbesondere Kinder, die nicht in Kindertagesstätten gehen, erhielten keine Förderung. "Gerade diese Kinder haben aber häufig einen besonders hohen Förderbedarf", so Böhmer.


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