Einheitliche Qualitätsmerkmale für Sprachstandstests
Seit Bekanntgabe der hohen Sprachdefizite von Schulkindern in Deutschland durch mehrere Pisa-Studien werden in allen Bundesländern regelmäßig Sprachstandstests bei Vorschulkindern durchgeführt. Diese sollen noch vor Schuleintritt einen möglichen Förderbedarf ermitteln. Die insgesamt 17 Sprachstanderhebungen der Länder weisen unterschiedliche qualitative Merkmale auf. Dies will eine Initiative nun ändern.
23.07.2013 Pressemeldung Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache
Als wichtige Hilfestellung bietet das Schlaumäuse-Sprachlernprogramm einen Auswertungsmodus, mit dem sich Erzieher und Eltern einen ersten Überblick über sprachliche Kompetenzen eines Kindes verschaffen und diese dokumentieren können. Marie-Theres Stredy, angehende Pädagogin, erklärt, warum die Vereinheitlichung der Sprachstandstests erstrebenswert ist und inwieweit das Auswertungsmodul der Schlaumäuse eine hilfreiche Unterstützung darstellt.
Zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten werden bundesweit Sprachstandstests durchgeführt. Jedes Bundesland setzt dabei auf einen eigens dafür entwickelten Test, nach dem die Förderung eines Kindes festgelegt wird. Diese Verfahren variieren so stark, dass eine Expertenkommission nun vereinheitlichte Qualitätsmerkmale für zehn Handlungsfelder entwickelt hat. "Sprachstandsverfahren müssen so angelegt sein, dass sie jedem Kind, unabhängig vom Wohnort oder der Familiensprache, eine bedarfsgerechte Sprachförderung ermöglichen. Mit diesem Kriterienkatalog wollen wir einen Anreiz schaffen, aber auch die Länder gezielt unterstützen, ihre Verfahren unter die Lupe zu nehmen", erklärt Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Ob ein Kind gefördert wird oder nicht, dürfe nicht davon abhängen, in welchem Bundesland es aufwächst, so Becker-Mrotzek weiter.
Derzeit prüft das Institut, ob und inwiefern die eingesetzten Sprachstandsverfahren die neu entwickelten Qualitätsmerkmale erfüllen. Ersten Analysen zufolge scheint dies nicht bei allen Sprachstandstests der Fall zu sein. Konkrete Ergebnisse hierzu werden im Herbst 2013 veröffentlicht.
"Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Sprachkompetenz von Kindern vor Schuleintritt getestet wird", sagt Marie-Theres Stredy, die im 6. Semester Erziehungswissenschaften an der Uni Erfurt studiert. "Schließlich heißt es für uns immer, dass man Kinder dort abholen soll, wo sie stehen. Um Ungerechtigkeiten in der Förderung zu vermeiden, wäre es sicherlich besser, wenn die Tests bundesweit einheitlich wären. Aber unsere föderalistische Struktur macht diesen Schritt nicht leichter."
Im Zuge ihres Studiums habe sie verschiedene Screenings, beispielsweise das Bielefelder, Münsteraner oder Marburger Screening, kennengelernt. Zwar stehen bei allen Verfahren die Schlüsselkompetenzen der Sprache im Mittelpunkt. Vergleichbar seien die Tests dennoch nicht.
Anders der Auswertungsmodus des Schlaumäuse-Programms. Statt eines Testszenarios zeichnet das Programm automatisch bei den einzelnen Spielsequenzen Erfolge, Fehlversuche oder Nutzungszeiten der Kinder auf. Auf diese Weise können Erzieher und Eltern regelmäßig verfolgen, mit welchen Sprachlernspielen sich ein Kind beschäftigt, ob es bewusst zuhört, sich zum Beispiel sein Fachwortschatz erhöht hat oder wie sich das phonologische Bewusstsein verändert. Alle Werte können ausgedruckt, analysiert und archiviert werden.
"Das Schlaumäuse-Auswertungsverfahren ist ein gutes Instrument, um eine erste Diagnose zu stellen, womit sich ein Kind sprachlich schwer tut. Optimal wäre es, wenn Kitamitarbeiter regelmäßig die Auswertungen vergleichen würden. Aber dazu ist in den Einrichtungen vielfach einfach keine Zeit", so Marie-Theres Stredy.
Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache
"Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache" ist eine Bildungsinitiative von Microsoft, die 2003 unter der Schirmherrschaft des Familienministeriums gegründet wurde, um die Sprachkompetenz von Kindergartenkindern zu fördern und so ihre Bildungschancen frühzeitig zu verbessern. Auf spielerische Weise können die Kinder mithilfe moderner Technologien die deutsche Sprache entdecken, ihren Wortschatz erweitern und etwaige Sprachdefizite ausgleichen. Bisher gibt es bereits über 6.500 Kindergärten in Deutschland, die an der Schlaumäuse-Initiative teilnehmen.
Internet: www.schlaumaeuse.de
Facebook: www.facebook.com/MicrosoftBildung#!/Schlaumaeuse
Kontakt
Helliwood media & education steht für zukunftsweisende Lösungen, die aktuelle Entwicklungen in Medien und Bildung aufgreifen. Als Agentur für Neue Medien betreuen wir die Bildungsinitiative "Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache" von Microsoft.
Ansprechpartner
MicrosoftKarin Lukas
Communications Manager Education
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Web: www.microsoft.com/germany/bildung
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