Gebühren für Schwimmunterricht!
Das ist ja wohl das Letzte! Für wie dumm hält die Senatorin eigentlich Hamburgs Eltern? Sie verkündet großartige Reformen und in Wirklichkeit wird der Schwimmunterricht nach der Grundschulzeit komplett gestrichen! Denn spätestens ab dem fünften Schuljahr müssen Eltern künftig für Schwimmunterricht bezahlen. Die Unverfrorenheit der Senatorin, diesen Kahlschlag im Schwimmunterricht auch noch als Reform zu verkaufen, macht sprachlos.
26.01.2005 Pressemeldung GEW HamburgDie Reduzierung des Schwimmunterrichts auf das reine schwimmen lernen ist sowohl aus gesundheitlichen Erwägungen als auch unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit eine verantwortungslose Entscheidung. Nach Auskunft der Schwimmlehrkräfte ist die Schwimmfähigkeit der Kinder am Ende der Grundschulzeit auch nach dem schwimmen lernen sehr uneinheitlich entwickelt. Während die einen sich gerade mal über Wasser halten können, haben die anderen bereits den Freischwimmer. Deshalb muss die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Schwimmfähigkeit Kernaufgabe schulischen Sportunterrichts bleiben und darf nicht vom elterlichen Geldbeutel abhängen.
Für die Lehrkräfte, die Klassenreisen und Ausflüge durchführen, muss klar sein, welche SchülerinnenInnen sicher schwimmen können. Spätestens in der fünften Klasse wird den Lehrkräften diese Sicherheit fehlen, weil es den obligatorischen Schwimmunterricht nicht mehr gibt.
Die Einführung von Schwimmgebühren bedeutet neben den Kosten für Vorschulen, Kita- und Studiengebühren eine weitere Privatisierung von Bildungsangeboten. Nur die grundlegenden Fertigkeiten sind obligatorisch. Für erweiterte Fähigkeiten müssen die Eltern künftig zahlen. So macht man Bildung zur Ware und schließt viele Kinder von der Teilhabe aus, weil ihren Eltern dafür das Geld fehlt. Dazu Dr. Stephanie Odenwald, Vorsitzende der GEW Hamburg: "Die Gebühren für Schwimmunterricht reihen sich ein in den Versuch immer mehr Geld bei den Eltern abzuzocken: Gebühren für die Vorschule, Abbau der Lehrmittelfreiheit, Reduzierung bei Kinderkuren, Streichung bei Schullandheimen usw. Diese Politik ist in hohem Maße Kinder- und Bildungsfeindlich."
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