KiTa-Gesetz

GEW Rheinland-Pfalz fordert echte Beteiligung der Praxis

Die GEW Rheinland-Pfalz begrüßt die Ankündigung von Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig, das Kindertagesstättengesetz gemeinsam mit der Praxis weiterzuentwickeln. Als Bildungsgewerkschaft mit mehreren tausend Mitgliedern fordert sie zugleich, frühzeitig und verbindlich als Stimme der Praxis einbezogen zu werden.

02.07.2026 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz
  • Eine Gruppe von Kindergartenkindern sitzt an einem Tisch und isst. © Adobe Stock Es braucht verbindlich bessere Personalschlüssel, die sich an fachlichen Standards orientieren und nicht am Minimum des Machbaren.

„Bei uns melden sich täglich Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas an und geben uns unmittelbare Einblicke in ihre Praxis“, erklärt Kathrin Gröning, Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. „Dadurch wissen wir sehr genau, wo es hakt und wo gesetzliche Änderungen dringend notwendig sind. Wer uns nicht beteiligt, verpasst die Chance auf eine ehrliche und fachlich fundierte Rückmeldung aus der Praxis“, führt Gröning weiter aus.

Bereits bei der Entwicklung des seit 2021 geltenden KiTa-Gesetzes wurde die GEW aus ihrer Sicht zu spät eingebunden. Bewegung in das Gesetzgebungsverfahren kam damals erst, nachdem die Bildungsgewerkschaft am 15. Januar 2019 mehr als 30.000 Protestunterschriften an das Bildungsministerium übergeben hatte. Aus Sicht der GEW Rheinland-Pfalz müssen bei der Novellierung des Kita-Gesetzes insbesondere folgende Punkte in den Blick genommen werden:

  • Es braucht verbindlich bessere Personalschlüssel, die sich an fachlichen Standards orientieren und nicht am Minimum des Machbaren. Gute frühkindliche Bildung setzt ausreichend Personal voraus.
  • Es müssen Vertretungsreserven verbindlich und auskömmlich eingeplant werden, damit Einrichtungen nicht schon bei einzelnen Ausfällen an ihre Grenzen geraten.
  • Es braucht eine verlässliche gesetzliche Verankerung von Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit. Beobachtung, Dokumentation, Elterngespräche, Teamarbeit und Konzeptionsentwicklung sind keine Zusatzaufgaben, sondern zentrale Bestandteile guter pädagogischer Arbeit.
  • Die Leitungsdeputate müssen deutlich verbessert werden. Kita-Leitungen brauchen ausreichend Zeit für ihre pädagogische Leitungsfunktion und dürfen nicht dauerhaft durch Verwaltung und Krisenmanagement überlastet werden.
  • Es ist eine nachhaltige Fachkräfteoffensive notwendig. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen, angemessene Vergütung, attraktive Ausbildungswege und Maßnahmen, um erfahrene Fachkräfte im Beruf zu halten.
  • Es braucht eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung, damit Qualität nicht vom Wohnort abhängt. Die Umsetzung des Gesetzes unterscheidet sich weiterhin deutlich zwischen Kommunen und Jugendamtsbezirken. Das führt zu Ungleichheiten bei Qualität, Fachberatung, Bedarfsplanung und konkreten Angeboten vor Ort.

Wenn die neue Bildungsministerin Dr. Eiling-Hütig die Bedeutung frühkindlicher Bildung und zentraler Vorläuferfähigkeiten betont, muss sich dieser Anspruch auch in den gesetzlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln. Eine moderne, pädagogisch und wissenschaftlich begründete Vorbereitung auf die weitere Bildungsbiografie der Kinder gelingt nur mit ebenso wissenschaftlich begründeten Personalschlüsseln, ausreichend Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit und verlässlichen Qualitätsstandards. Gute Bildung braucht gute Bedingungen – von Anfang an.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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