Hortangebote im Land Berlin: Werden am 1. August 2005 die ErzieherInnen in den Schulen zur Verfügung stehen?
Drei Arbeitstage vor Beginn der Sommerferien hat die Senatsbildungsverwaltung die Verordnung über die Personalausstattung mit ErzieherInnen an den Ganztagsgrundschulen dem Hauptpersonalrat noch immer nicht zur Beteiligung vorgelegt. Diese Verordnung bildet, zusammen mit den Anmeldezahlen der Kinder, die Grundlage für die benötigte Anzahl von Erzieherinnen pro Schule. Erst nach dieser Berechnung können die Versetzungen der Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas in die Schulen erfolgen. Mit Beginn der Ferienzeit ist also nicht geklärt, welche Erzieherin an welche Schule versetzt wird, geschweige denn, dass eine gemeinsame Vorbereitung von ErzieherInnen und Lehrkräften auf den Beginn des Schuljahres erfolgen kann.
20.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinKlaus Schroeder, Referatsleiter in der GEW BERLIN: "Der Senat sollte aufhören, davon zu reden, Schule würde verbessert, die Erzieherinnen und Lehrkräfte würden verstärkt zum Wohle der Kinder zusammen arbeiten können. Die Realität ist eine ganz andere. Nach der in Grundzügen bekannt gewordenen beabsichtigten Erzieherausstattung wird eine Verzahnung von Unterricht und sozialpädagogischer Arbeit erschwert statt verbessert - hier muss dringend nachgelegt werden. Eine Ganztagsgrundschule kann nicht dadurch bestimmt sein, dass es morgens Unterricht gibt und danach Betreuung. Das muss sich in der Personalausstattung niederschlagen."
Der Senat redet seit PISA von der Notwendigkeit der Verbesserung der Bildung von Anfang an. Im Zuge der Hortverlagerung aus den Kitas in die Schule wird der Öffentlichkeit weis gemacht, dass sich nichts verschlechtern würde. Tatsächlich aber ist mit der Verordnung eine reduzierte Personalausstattung geplant. Auch die Schulen, die bisher schon Ganztagsbetrieb hatten, müssen nach der neuen Verordnung Personal abgeben.
Rose-Marie Seggelke, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Die Senatsverwaltung hat Monate ins Land gehen lassen und nicht gehandelt. Sie hat sich mit den Zeitabläufen und der beabsichtigten Personalbemessung völlig vertan. Die GEW BERLIN fordert die Senatsverwaltung auf, den Schulen mitzuteilen, dass die Erzieherausstattung zunächst noch nach den zur Zeit gültigen Richtlinien erfolgt."
Die Anwendung der gültigen Ausstattungsrichtlinien ist zu Zeit die einzige Chance, um von der Koalition selbst gesteckte bildungspolitische Ziele noch erreichen zu können. Die Senatsverwaltung muss die ExpertInnen der Ganztagsgrundschulen in Ruhe an der Entwicklung einer auskömmlichen Personalausstattung mit ErzieherInnen beteiligen - dies ist erst mit Beginn des kommenden Schuljahres möglich.
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