In Hessen, Bayern und Baden-Württemberg lernt es sich am besten
Hessen, Bayern und Baden-Württemberg und mit Abstrichen Rheinland-Pfalz bieten in Deutschland die besten Rahmenbedingungen für das Lernen in der Schule. Das ist das Ergebnis der Studie "Gleichwertige Lebensverhältnisse im Bundesgebiet?". Die Essener Bildungsforscher Klaus Klemm und Rainer Block stellten die Untersuchung am Freitag in Berlin während der Veranstaltung "PISA verstehen" vor, zu der die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eingeladen hatte.
08.07.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und WissenschaftDie Forscher begründeten ihr Urteil mit den im bundesweiten Vergleich niedrigen Arbeitslosenquoten, der starken Wirtschaftskraft sowie dem hohen Bildungsstandard der Bevölkerung und entsprechend überdurchschnittlichen Einkommen in diesen Bundesländern. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland bilden der Untersuchung zufolge die zweite Ländergruppe mit mittleren und niedrigeren Werten bei den Rahmenbedingungen. Die Gruppe der Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg biete ein uneinheitliches, zum Teil widersprüchliches Bild. Die ungünstigsten Bedingungen herrschten in den östlichen Bundesländern. Trotz kleiner Klassen und der besten Versorgung mit Kita-Plätzen lägen alle anderen Daten (zum Teil weit) unter dem Bundesschnitt. Einen Sonderfall bilde Schleswig-Holstein, das bei einigen Indikatoren nah an den Stadtstaaten liegt, andererseits nahe an der Ländergruppe um Niedersachsen.
Klemm und Block warnten davor, dass sich die Schere zwischen reichen und armen Bundesländern immer weiter öffne: "Von dem Gesetzauftrag 'Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse' entfernen sich die Regionen immer mehr - nicht nur in der Ost-West-, sondern auch in der Nord-Süd-Dimension." Die bestehende Lücke drohe wegen der wirtschaftlichen Stärke bzw. Schwäche der Länder zu wachsen. Dies habe entscheidende Wirkung auf die Rahmenbedingungen, die schulisches Lernen beeinflussen und sich konkret auf die Ergebnisse der 15-jährigen Schüler beim PISA-Bundesländervergleich niederschlagen.
Die Forscher hatten Daten aus vier Bereichen erhoben, die sozioökonomische Faktoren und die Ausstattung der Schulen berücksichtigen.
Klemm und Block betonten, dass mit ihrer Studie andere Erklärungsansätze für schulische Leistungen in den Bundesländern ergänzt, nicht aber ersetzt werden sollen.
Info: Die vier Bereiche, aus denen Daten erhoben worden sind: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Wirtschaft und Finanzen, Bildungseinrichtungen und familiärer Hintergrund von Jugendlichen. Die Studie finden Sie in der Anlage.
Anlage
Studie: "Gleichwertige Lebensverhältnisse im Bundesgebiet?" (im .pdf-Format).
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