KiBiz und Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren - Allein in Leverkusen fehlen 200 Erzieherinnen
04.10.2010 Artikel
In der online-Ausgabe der Rheinischen Post vom 4.10.2010 wird darauf hingewiesen, dass alleine in der Stadt Leverkusen bis zum Jahr 2013 etwa 200 zusätzliche Fachkräfte vonnöten sind. "Wo die herkommen sollen, weiß keiner!"
Anmerkungen:
Dass mit dem im Jahr 2005 eingeführten Rechtsanspruch für Kinder unter 3 Jahren zusätzliche "Ressourcen" benötigt wurden, war "eigentlich" klar. Aufgrund der demographischen Entwicklung war absehbar, dass die zusätzlich erforderlichen Plätze im wesentlichen nicht durch die Umwidmung nicht mehr benötigter Kindergartengruppen kompensiert werden können. Es mussten insofern nicht nur vorhandene Räume umgestaltet, sondern auch zusätzliche geschaffen werden. Es mussten aufgrund der Anforderungen von jüngeren Kindern nicht nur zusätzliche Qualifikationen von den Mitarbeiterinnen erworben werden, sondern auch, alleine wegen des anderen Kinder-Mitarbeiterinnen-Verhältnisses, zusätzliche Fachkräfte für diese Aufgabe gewonnen werden.
Auch wenn der Bund mit einem Investitionsprogramm und der Förderung von Betriebskosten (die das Land NRW den Kommunen vorenthalten hatte) den Ausbaustart unterstützt hat, so war absehbar, dass diese Hilfe, die von einer durchschnittlichen Nachfrage von 35 % ausging, nicht ausreichen würde. Das Fehlen eines ergänzenden Ausbauprogramm des Landes NRW und von Initiativen, den Arbeitsbereich attraktiver zu machen und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen, wirkt sich als fataler Mangel aus.
Der Bericht der Rheinischen Post zur Situation in Leverkusen, in der der Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder und Jugend bis zum Kindergartenjahr 2013 den Bedarf nach etwas 200 zusätzlichen Fachkräften sieht, ist ein alarmierendes Zeichen, zumal die Bedarfslücke noch größer sein wird, wenn die Landesregierung ihre Ankündigung umsetzt, das mit dem Kinderbildungsgesetz - KiBiz - gerade für Kinder unter 3 Jahren verschlechterte Kinder-Mitarbeiterinnen-Verhältnis zu verbessern.
Junge Menschen werden sich zudem diesem Arbeitsfeld erst zuwenden, wenn es auch "attraktiver" wird: Für diesen Arbeitsbereich müssten die von der Koalition unter dem Stichwort "Gute Arbeit" genannten Bedingungen erfüllt werden: Tarifliche Vergütung, keine Zwangsteilzeitarbeitsverhältnisse, keine befristeten Verträge. Faktisch hat jedoch das bisherige unzulängliche Finanzierungssystem in Einrichtungen zu einem Ausstieg aus einer tarifvertraglichen Vergütung, zu einer Zunahme von Zwangs-Teilzeitarbeitsverhältnissen und dem "freiwilligen" Verzicht auf Zulagen sowie Einmalzahlungen geführt.
Der Handlungsbedarf wird mit dem Bericht zur Situation in Leverkusen nicht zum ersten Mal benannt.
www.rp-online.de/bergischesland/leverkusen/nachrichten/Hunderte-Erzieher-gesucht_aid_914059.html
Keine Kommentare vorhanden