Kleine Schritte, große Wirkung
Für Kitas gibt es viele Möglichkeiten, um nachhaltiger zu werden. Meine Kita gibt Tipps und stellt Beispiele vor, die Fachkräfte sofort und ohne großes Budget umsetzen können.
03.04.2024 Bundesweit Artikel Meine KitaTipp 1: Spielzeugfreie Woche
Die Kita richtet eine spielzeugfreie Zeit ein, zum Beispiel für eine Woche. Die Kinder setzen sich statt mit Spielzeug kreativ mit ihrer Umgebung auseinander, halten sich mehr in der Natur auf und beschäftigen sich mehr miteinander. Nach der spielzeugfreien Woche kann die Kita überlegen, ob sie überflüssiges Spielzeug spendet.
Tipp 2: Nachhaltig verpflegen
Saisonale, regionale und unverarbeitete Lebensmittel sind entscheidend, wenn Kitas selbst kochen oder sich für einen Caterer entscheiden. Die Verpflegung ausgewogen und abwechslungsreich zu gestalten, fördert die Entwicklung und Gesundheit der Kinder und macht die Kita nachhaltiger.
Tipp 3: Tageslicht nutzen
Kitas sollten das Tageslicht gut nutzen, die Fenster also nicht durch unnötige Dekoration, Spielsachen oder große Möbel verstellen. Wenn das Tageslicht in den Räumen ausreicht, kann die Beleuchtung ausgeschaltet werden. Alte Glühlampen und Halogenstrahler durch energieeffiziente LEDLampen ersetzen.
Tipp 4: Richtig lüften und heizen
Kitas sollten mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten bei geöffneten Fenstern und Türen stoß- lüften, um den Luftaustausch zu fördern. Dauerkippen der Fenster ist nicht ratsam. Bei automatischen Lüftungsanlagen und Heizungen die voreingestellten Temperaturen und Betriebszeiten hinterfragen und anpassen.
Tipp 5: Abfall vermeiden und trennen
Wenn Kitas einkaufen, sollten sie auf nachhaltige Produktion und wenig Verpackung achten. Um Abfall zu trennen, empfiehlt es sich, in der Kita Behälter für die Mülltrennung bereitzustellen und sie den Kindern zu erklären.
Tipp 6: Einen Tag ohne Energie gestalten
Um den Kindern bewusst zu machen, für welche alltäglichen Dinge Energie und Strom nötig ist, eignet sich eine Gedankenreise in der Kita-Gruppe zum Thema „Ein Tag ohne Energie“. Kitas können auch einen Tag lang den Strom abstellen und gemeinsam mit den Kindern überlegen, wie sie ohne Strom auskommen können.
Tipp 7: Bastelmaterialien selbst herstellen
Bastelmaterialien wie Stifte, Farben oder Kleber enthalten oft Schadstoffe, die ungesund für Kinder und Umwelt sind. Erzieher/-innen können gemeinsam mit den Kindern die Materialien durchgehen und sich fragen: Was können wir weglassen? Was lässt sich durch nachhaltigere Alternativen oder Naturmaterialien wie Holz oder Bambus ersetzen?
Tipp 8: Bäume pflanzen
Bäume und Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff um und tragen damit zum Klimaschutz bei. Kitas können für ihren Garten oder die Stadt eine Baumpflanzaktion ins Leben rufen. Dafür könnten die Kinder Baumspenden bei Eltern und Nachbarn sammeln und diese zum Einpflanzen der Bäume einladen.
Tipp 9: Wasser sparen
Der Mensch verbraucht durchschnittlich zwei Liter Wasser pro Tag zum Händewaschen. Kitas können für einen Tag den Siphon unter dem Waschbecken entfernen und einen Eimer darunter stellen. So wird das Wasser, das die Kita verbraucht, für die Kinder sichtbar und alle können überlegen, wie weniger Wasser verbraucht werden kann – zum Beispiel, indem die Kinder während des Einseifens der Hände das Wasser abdrehen.
Tipp 10: Plastik loswerden
Eine Entdeckungstour durch die Kita kann helfen, gemeinsam mit den Kindern zu untersuchen, wo es überall Plastik gibt, etwa im Spielzeug und Geschirr. Erzieher/-innen und Kinder beratschlagen dann, welche Plastikgegenstände sie durch nachhaltigere Alternativen ersetzen können.
Zwei Erzieherinnen berichten von ihren Nachhaltigkeitsprojekten
Kunstwerke aus Müll
Erzieherin Ines Amato, element-i Kinderhaus Wiki, Friedrichshafen
„Anfangs habe ich den Kindern Fotos gezeigt, zum Beispiel einen Delfin, der in einem Plastiknetz gefangen war. Wir haben gemeinsam das Buch ,Mülli, das kleine Müllmonster‘ gelesen und Ideen entwickelt, was man gegen Müllverschmutzung unternehmen könnte. Wir haben dann in der Nähe unserer Kita Müll gesammelt. Die Kinder waren überrascht, wie viel Abfall auf der Straße liegt. Ein Mädchen machte den Vorschlag, den Müll kreativ zu verwenden. Wir haben damit dann Kunstwerke erschaffen, zum Beispiel Bilder mit Schiffen darauf. Außerdem haben wir aus alten Zeitungen neues Papier hergestellt.“
Laternen aus Dosen
Weleda-Kita, Schwäbisch Gmünd
„Zum Sankt-Martins-Tag letztes Jahr hatten wir eine besondere Laternen-Idee. Wir haben sie aus großen 800-Gramm-Hundefutterdosen gemacht. Die leeren und von der Banderole befreiten Dosen füllen die Kinder dafür mit Wasser und frieren sie ein. Durch das feste Innenleben lassen sie sich anschließend mit Nagel und Hammer mit einem Lochmuster versehen, ohne sich dabei zu verformen. Das Ergebnis war fantastisch. Unsere Laternen sehen super aus, sind besonders stabil und brennen nicht.“
Kindern gleichzuschalten, sondern darum, sie zu fördern und zu unterstützen.
Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in:
Meine Kita - das didacta Magazin für die frühe Bildung, Ausgabe 4/2023, S. 30-31, www.meine-kita.de
- Kitas in Deutschland: „Wir brauchen Fachkräfte. Wir brauchen Finanzierung.“
- „Die Mittel müssen steigen“
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