Konzept der Ganztagsgrundschulen gefährdet:

Die GEW BERLIN sieht das pädagogische Konzept der Ganztagsgrundschule gefährdet. Die völlig unzureichende Personalausstattung mit Erzieherinnen wird die pädagogisch sinnvollen und bildungspolitisch erwünschten Verbesserungen, nämlich die Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik und die Entwicklung eines rhythmisierten Schulalltags nicht gewährleisten können.

08.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Die beabsichtigte Personalausstattung in der gebundenen Ganztagsgrundschule und im offenen Ganztagsbetrieb lässt eine Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Erzieherinnen kaum noch zu. Zusammenarbeit bedeutet, dass Erzieherinnen gemeinsam mit Lehrerinnen Projekte und Unterricht gestalten, Zeit für Absprachen und Teamarbeit finden.

Eine Umsetzung der Vorstellungen der Senatsbildungsverwaltung läuft darauf hinaus, dass Erzieherinnen immer dann arbeiten, wenn keine Lehrerin die Kinder unterrichtet. Eine gemeinsame Arbeit wird so unmöglich gemacht.

Die Beteuerungen des Senators, dass die in den Horten der Kindertagesstätten ausgewiesene Personalausstattung erhalten bleibt, treffen nicht zu. Dazu einige Zahlen:

Kita-Hort:

für 288 Kinder gibt es 13,392 Erzieherstellen

Offener Ganztagsbetrieb:

für 288 Kinder gibt es in den verlässlichen Zeiten von 7:30 - 13:30 Uhr: 1,9 Stellen für 288 Kinder im ergänzenden Hort von 13:30 - 16:00 (plus Ferien) 7,4 Stellen

Das sind insgesamt 9,3 Stellen, also fast 5 Erzieherstellen (4,9) weniger als bisher in der Kita zur Verfügung stehen!

Gebundene Ganztagsgrundschule:

Für 288 Kinder von 7:30 - 16:00 (plus Ferien) gibt es 9,3 Stellen - auch hier sind das fast 5 Erzieherstellen weniger als bisher in der Kita!

Die Personalausstattung in den Kindertagesstätten hatte nicht die Aufgabe, den Zeitraum der VHG (Verlässliche Halbtagsgrundschule) mit abzudecken. Das ist eine zusätzliche Aufgabe. Allerdings soll es für diese zusätzliche Aufgabe nicht mehr, sondern weniger Personal geben.

Rose-Marie Seggelke, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Die Berliner Ganztagsgrundschule droht bereits vor ihrem Start zu scheitern. Die Zielsetzung, die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Erzieherinnen für eine bessere Förderung der Kinder zu nutzen, kann bei dieser Personalausstattung nicht erreicht werden. Ganztagsgrundschulen in Berlin werden ein Billigmodell, darauf ausgerichtet, Erzieherstellen einzusparen. Die GEW BERLIN fordert den Senat dringend auf, die Personalausstattung der Kitas auf die Schulen zu übertragen."

Ansprechpartner

GEW Berlin

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