M-V braucht kein Betreuungsgeld!
"Das Betreuungsgeld hilft uns in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Wir brauchen Investitionen in die Qualität der Kindertageseinrichtungen, das hilft Kindern und Eltern!", reagierte Annett Lindner, Landesvorsitzende der GEW in Mecklenburg-Vorpommern, auf die Debatte der schwarz-gelben Bundesregierung um ein Betreuungsgeld.
25.04.2012 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern"Notwendig sind qualitativ hochwertige Bildungsangebote für alle Kinder von Anfang an. Deshalb muss das Geld direkt in die Bildungseinrichtungen gehen. Es ist absurd, in einer Situation, in der Kommunen und Land mehr Geld für die Kitas brauchen, Bargeld mit der Gießkanne an die Eltern auszugeben." Die GEW wird in den kommenden Wochen mit einem Plakat auf die falsche Politik von CDU, CSU und FDP hinweisen. "Wir unterstützen ausdrücklich die Initiative von SPD, Grünen und Linken, das Betreuungsgeld zu stoppen – notfalls auch durch eine Verfassungsgerichtsklage. Die heutige Debatte im Landtag ist ein richtiger Schritt, die Unsinnigkeit des Vorhabens zu thematisieren", so die GEW-Vorsitzende weiter.
Schulstudien wie IGLU und PISA belegten, wie wichtig die frühkindliche Bildung für die weitere Entwicklung der Kinder ist, die in Krippen und Kindertagesstätten geleistet wird. Vor allem die Impulse, die kleine Kinder im Spiel und durch Lernprozesse mit anderen Mädchen und Jungen erhalten, seien für den Lernprozess zentral. Das gelte insbesondere für Mädchen und Jungen, die aus bildungsfernen Milieus kommen oder in Haushalten aufwachsen, deren Mitglieder nur unzureichende deutsche Sprachkenntnisse haben.
"Zudem ist das Betreuungsgeld höchst unsozial – und gesellschaftspolitisch unsinnig", sagte Lindner. Es nütze vor allem Familien, die nicht auf ein zweites Erwerbseinkommen angewiesen sind. Sie erhielten zusätzliches Bargeld, das dann nicht mehr in die Verbesserung der Qualität der Bildungseinrichtungen investiert werden kann.
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