PISA-Ländervergleich 2003: Saarländische Schülerinnen und Schüler schneiden gut ab
Bei dem mit Spannung erwartetem PISA-Test 2003 hat das Saarland auch im Ländervergleich gut abgeschnitten. Getestet wurden die Kompetenzen von 15jährigen Schülerinnen und Schülern in dem Schwerpunktbereich Mathematik, der Naturwissenschaft und dem Lesen sowie die Problemlösungskompetenz. Gegenüber PISA 2000 gab es im Saarland erhebliche Fortschritte. Am deutlichsten sind die Kompetenzsteigerungen in den Naturwissenschaften, gefolgt von der Mathematik. Beides Fächer, in denen das systematische Lernen in der Schule besonders bedeutsam ist. Auch in der Lesekompetenz steigerten sich die saarländischen Schülerinnen und Schüler, wenn auch der Zugewinn dort geringer war.
03.11.2005 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandJürgen Schreier: "Die Schülerinnen und Schüler haben gute Fortschritte gemacht. Die Ergebnisse sind Bestätigung für die kompetente und konsequente Arbeit der Lehrkräfte, von mehr Anstrengung der Schüler und von unserer bildungspolitischen Strategie für mehr Qualität.
Im Saarland nahmen 78 Schulen an der Erhebung teil, und zwar 41 Erweiterte Realschulen und 12 Gesamtschulen, 23 Gymnasien und 2 Berufliche Schulen. Die Zahl der getesteten Schüler lag bei etwa 2.200.
Der überwiegende Teil der untersuchten Jugendlichen besucht die 9. oder 10. Klassenstufe und befindet sich damit also am Ende seiner Pflichtschulzeit.
Am besten abgeschnitten haben die Gymnasien. Zwischen ihnen und den beiden Pflichtschulen, der Erweiterten Realschule und der Gesamtschule, gibt es einen sehr deutlichen Abstand in den Mathematikleistungen von über 100 Punkten.
Die mittleren Leistungen an den Gesamtschulen und den Erweiterten Realschulen unterscheiden sich dagegen nicht voneinander. Die Kompetenzen der leistungsschwachen Schülerhälfte des Gymnasiums unterscheidet sich nicht von der Werten der leistungsstärksten Hälfte der 15jährigen an den beiden anderen Schularten. Fünf Prozent der Gesamt- und Realschüler erreichen sogar das Kompetenzmittel des Gymnasiums.
Eine Herausforderung in ganz Deutschland ist und bleibt die straffe Koppelung zwischen sozialer Herkunft und dem Wissen und Können. Hier sieht die PISA-Studie deutlichen Handlungsbedarf. Das angestrebte Ziel saarländischer Bildungspolitik ist es, ein hohes Kompetenzniveau zu erreichen, aber auch die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen. Dies gelingt nur durch den weiteren Ausbau der frühzeitigen Förderung, vor allem der leistungsschwächeren Schüler.
Jürgen Schreier: "Mehr Unterricht und mehr Förderung in die Grundschule zu geben, wird durch die PISA-Analyse ebenso unterstützt, wie frühes Lernen im Kindergarten und der starke Ausbau des frühzeitigen Erwerbs der deutschen Sprache. Wir sind auf dem richtigen Weg."
Auch PISA 2000 stellt fest, dass Kinder aus sozial höheren Schichten einen Bildungsbeteiligungsvorteil gegenüber Kindern aus Familien mit niedrigerem ökonomischem, sozialem und kulturellem Status haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Akademiker-Kind ein Gymnasium besucht, ist zwischen den Ländern unterschiedlich. In Bayern ist sie bei gleicher Leistung sechsmal größer und in Brandenburg 2,5mal größer. Der statistische Wert des Saarlandes liegt mit 3,5 dazwischen. Im Saarland muss allerdings mitberücksichtigt werden, dass besonders viele Jugendliche auch ihre guten Leistungen in den Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen erreichen.
Jürgen Schreier: "Ein gutes Gymnasium braucht neben sich andere gute Schulformen. Entscheidend ist nämlich nicht, in welcher Schulform die guten Leistungen der Schüler erbracht werden, sondern, wo sie am besten gefördert werden."
Auch hier sieht Kultusminister Jürgen Schreier die saarländische Bildungspolitik bestätigt. Durch die Einrichtung zusätzlicher Beruflicher Gymnasien werde die wichtige Durchlässigkeit zur allgemeinen Hochschulreife auch für die Schüler verbessert, die nicht von vornherein das Gymnasium besuchen. Zudem verwies der Kultusminister auf das breite Angebot der Fachoberschule.
Jürgen Schreier abschließend: "Es ist im Saarland ein neues Bildungsklima entstanden, eine neue Wertschätzung von Lernen, das Früchte trägt. Qualitätsverbesserung ist ein langer und steiniger Weg. Das geht nicht schlagartig von heute auf morgen. Wir haben im Saarland eine langfristige Strategie mit klaren Zielsetzungen."
PISA zeigt, dass gutes Lernen vor allen Dingen von gutem Unterricht bestimmt ist. Wenn Schulen weiter an Qualität gewinnen sollen, geht das allerdings nur mit einer ständigen Mitarbeit der Schüler und ihrer Eltern. Es bedarf der gemeinsamen Kraftanstrengung der gesamten Schulfamilie noch weiter nach vorne zu kommen.
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