PISA-Misere wegen mangelhafter Einwanderungspolitik
(bikl/ots) Der Leiter der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU, Wilfried Bos, macht in einem Interview mit der ZEIT unter anderem "30 Jahre verfehlte Einwanderungspolitik" für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie verantwortlich. "Dafür zahlen wir jetzt den Preis", so der Hamburger Erziehungswissenschaftler. Die Sprachförderung von Einwandererkindern in deutschen Schulen sei noch immer unzureichend.
04.01.2005 ArtikelSchüler nichtdeutscher Herkunft hatten bei der PISA-Studie deutlich unterdurchschnittliche Leistungen erzielt. Laut Bos ließen sich mit besserer Sprachförderung nicht nur die Ergebnisse in Deutsch, sondern beispielsweise auch in Mathematik oder Biologie deutlich verbessern. Die Förderung müsse bereits im Kindergarten beginnen und über die Grundschule hinaus bis in die oberen Klassen weitergehen.
Bos räumt ein, dass eine stärkere Förderung viel Geld kosten würde. "Aber wenn man das nicht macht, dann haben wir hinterher die Rechnung im Justiz- und Sozialministerium. Dann kommt uns das doppelt und dreifach so teuer." Den Entschluss vieler Bundesländer, den Sprachstand der Kinder in Zukunft mittels Tests zu erfassen, lobt er als Schritt in die richtige Richtung: "Viele Konzepte sind allerdings noch unausgegoren."
Das komplette Interview erscheint in der ZEIT Nr. 2 vom 5. Januar 2005.
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