Mehr Zeit für Sprache in 350 Kitas in Rheinland-Pfalz
„Wenn Kinder sprechen lernen, fangen sie an, die Welt zu entdecken. Damit sie selbst sich diese Tür zur Welt aufschließen können, brauchen sie Unterstützung, die sie insbesondere mit der alltagsintegrierten Sprachbildung in unseren Kitas bekommen“, sagte Bildungsminister Sven Teuber beim Besuch der Kita Emausweg in Mainz.
21.08.2025 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz„Dafür sollen alle Kitas Sprachbeauftragte haben, so haben wir es im Kita-Gesetz festgelegt. Wer mehr Hilfe benötigt, der bekommt dabei von uns auch mehr Hilfe. Im Modellprojekt bekommen 350 Kitas deshalb erstmalig feste, zusätzliche Stunden für die Sprachbeauftragten vor Ort – mit 264 von ihnen starten wir nun in die erste Runde. Damit die Fachkräfte im Kita-Alltag mehr Zeit für ihre wichtige Arbeit haben“, so Teuber weiter.
Bildungserfolg soll unabhängig von der sozialen Herkunft sein. „Deshalb erhalten die Sprachbeauftragten vor allem dort zusätzliche Stunden, wo Kitas in herausfordernder Lage sind“, sagt Teuber. Besonders prädestiniert sind diejenigen, die im Einzugsgebiet der 120 Grundschulen liegen, die am Startchancen-Programm teilnehmen. „Wir wissen sehr genau, wo die Herausforderungen größer sind. Dort setzen wir an und fördern die Kinder gezielt und frühzeitig. Denn sich verständigen bedeutet, teilzuhaben und gibt den Kindern auf ihrem Bildungsweg die besten Chancen. Für echte Bildungsgerechtigkeit in Rheinland-Pfalz.“
Das Modellprojekt der Deputatstunden gehört zur Sprachoffensive der Landesregierung. Die Personalkosten werden daher vollständig vom Land übernommen. Sie belaufen sich voraussichtlich auf 1,35 Millionen Euro für 2025 und schätzungsweise 3,37 Millionen für das Jahr 2026. Wie viele Stunden eine Einrichtung bekommt, hängt von ihrer Größe ab: Es sind wöchentlich entweder zwei Stunden (Kita mit bis zu 25 Plätzen), vier Stunden (bis zu 75 Plätze) oder fünf Stunden (mehr als 75 Plätze).
Die Stunden kommen auch in der Kita Emausweg in Mainz gut an, die schon lange eine Sprachbeauftragte hat. „Die Deputatstunden ermöglichen es uns, noch individueller auf Kinder einzugehen und noch mehr Kinder frühzeitig zu erreichen – ein wichtiger Beitrag in Richtung Chancengleichheit“, so die Sozialdezernentin der Stadt Mainz, Jana Schmöller.
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