didacta-Podcast

„Vorlesen ist eine Superkraft“: Wie Bücher Sprache und Selbstvertrauen fördern

Wie gelingt frühe Leseförderung im Alltag? Sabine Bonewitz von der Stiftung Lesen spricht in dieser Ausgabe des didacta-Bildungspodcasts über Bilderbücher als Türöffner, familiäre Vorleserituale und darüber, wie sich auch ungeübte Eltern fürs Vorlesen begeistern können.

21.07.2025 Bundesweit Artikel Martin Stengel
  • © Stiftung Lesen / Alexander Sell Sabine Bonewitz ist studierte Sozialpädagogin und seit 2006 bei der Stiftung tätig; dort leitet sie den Programmbereich „Buchgeschenke“ und verantwortet seit 2011 das bundesweite Leseförderprogramm „Lesestart“.

Sabine Bonewitz von der Stiftung Lesen spricht in dieser Ausgabe des didacta-Bildungspodcasts über die Bedeutung des Vorlesens – gerade in den ersten Lebensjahren. Warum Bücher mehr können, als nur Geschichten erzählen, wie sich das Leseverhalten verändert hat und was Vorlesen mit Empathie, Medienkompetenz und sogar Mut zu tun hat – das alles erklärt sie im Gespräch mit Martin Stengel. Mit dabei: persönliche Buchtipps und praktische Empfehlungen für Eltern, Großeltern und pädagogische Fachkräfte.

Das Gespräch führte Martin Stengel am 6. Juni 2025.

Hier können Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts anhören:

Martin Stengel: Frau Bonewitz, Sie selbst bezeichnen das Vorlesen als eine Superkraft, die das Aufwachsen positiv beeinflusst. Welchen Einfluss hat das Vorlesen denn genau?

Sabine Bonewitz: Ja, wie es da schon drinsteckt: Es ist tatsächlich eine Superkraft, weil es zum einen ganz einfach geht und in ganz unterschiedlichen Feldern Wirkung zeigt. Ganz banal muss man sich vorstellen: Ich als Eltern oder Großeltern oder überhaupt ein Erwachsener liest einem kleinen Kind vor und wir setzen bei der Leseförderung wirklich ganz früh, ganz vorne bei den ganz kleinen Kindern an, und je jünger sie sind, desto kuscheliger ist eigentlich auch die Situation.

Man ist ganz nah beieinander, und da ist man eigentlich schon bei der ersten Schlüsselsache, die passiert. Es schafft nämlich eine ganz große Nähe und einen intensiven Austausch. Also, man nimmt sich Zeit für die Kinder, besonders auch die kleinen Kinder. Man hört ihnen richtig zu, man gibt ihnen Raum. Und das ist schon ein ganz großes Pfund. Einfach einzusteigen in eine Erwachsenen-Kind-Beziehung oder im Idealfall eben die Eltern-Kind-Beziehung.

Und bei dem Vorlesen passieren dann natürlich Dinge, wie die Kinder hören die Worte, sie sehen Bilder, auch wenn sie am Anfang noch nicht alles erfassen. Das wird nach und nach einfach immer mehr. Und sie lernen dann ganz beiläufig durchs Vorlesen und beim Miteinander in eine Geschichte eintauchen und in die Bilder eintauchen und beim Entdecken von diesen Welten auch wie Wörter entstehen, wie Sätze gebildet werden.

Das unterstützt quasi das grammatikalische Verständnis und überhaupt das Verständnis für Sprache bei den Kindern. Und es fördert enorm die Fantasie, das Vorstellungsvermögen, die Einfühlungskraft. Vorlesen macht empathisch. Also, ich kann mich dann wirklich in andere Figuren reindenken. Wenn man mal mit kleinen Kindern so eine Vorlesesituation erlebt hat, dann weiß man, wie das ist, wie die richtig da reintauchen und danach später manche Szenen noch mal nachspielen. […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf SpotifyApple, Podcast.de und Deezer.

In einem Interview mit bildungsklickTV hat Sabine Bonewitz die Ergebnisse des Lesemonitors 2024 vorgestellt und erklärt, warum das Vorlesen in manchen Familien zu kurz kommt – und warum Leseförderung eine drängende gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.



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