Wissenschaftliche Begleituntersuchung zum Orientierungsplan startet im Juni

"Das große Interesse an der wissenschaftlichen Begleituntersuchung zeigt, dass die Einführung des Orientierungsplans zu einer Aufbruchstimmung in den Kindergärten unseres Landes geführt hat. Es freut mich deshalb sehr, dass es uns gelungen ist, alle 1.045 Bewerbungen durch ein abgestuftes Beteiligungsverfahren zu berücksichtigen. Dadurch können wir den Orientierungsplan auf ein breites Fundament aus praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen stellen." Dies sagte Kultusminister Helmut Rau MdL am Freitag (5. Mai) in Stuttgart.

05.05.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

In Kindergarten und Grundschule werden nach den Worten Raus die Weichen für eine erfolgreiche Bildungs- und Berufskarriere gestellt. Beide Einrichtungen sollen zukünftig noch enger miteinander kooperieren. "Es ist wichtig, dass wir den Bildungsabschnitt zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr zunehmend als Einheit begreifen." Der Orientierungsplan sei auf diesem Weg ein wichtiger Schritt und stärke den Kindergar-ten als Bildungsort. Ein besonderes Gewicht werde auf die Sprachförderung gelegt. Sprache sei der Schlüssel zur Bildung und Integration. "Wer es ernst meint mit den Zukunftschancen junger Menschen, investiert in die frühkindliche Bildung", betonte Rau.

Die wissenschaftliche Begleituntersuchung der Pädagogischen Hochschulen (PH) Ludwigsburg und Freiburg startet am 17. Juni mit einer Auftaktveranstaltung an beiden Hochschulstandorten. Insgesamt stehen Mittel in Höhe von 500.000 Euro zur Verfü-gung, davon stellt das Wissenschaftsministerium 400.000 Euro bereit. "Der Orientie-rungsplan fordert Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und Lehrkräfte auf, sich mit einem modernen Bild vom Kindsein, von Bildung und Erziehung auseinanderzusetzen", sagte Professorin Dr. Edeltraud Röbe von der PH Ludwigsburg, die die Untersuchungs-Konzeption vorstellte. Im Mittelpunkt der dreijährigen Pilotphase stehen 30 Kindergär-ten, die direkt und in regelmäßigen Abständen begleitet werden. Die Auswahl erfolgte nach Trägerproporz, regionalen Gesichtspunkten, Gruppengrößen und Zusammenset-zung der Gruppen. Einbezogen sind 200 Erzieherinnen und Erzieher sowie 2.400 Kin-der. Zum Einsatz kommt eine Kombination aus qualitativen Erhebungsinstrumenten wie Beobachtungs-, Foto- und Filmdokumentationen sowie einer zu Beginn und am Ende der Erprobungsphase durchgeführten schriftlichen Befragung. Der Fragebogen soll Erwartungen aufzeigen, mögliche Verständnisschwierigkeiten bei der Umsetzung des Orientierungsplans identifizieren und Platz für Verbesserungsvorschläge lassen. Die Begleitung vor Ort schließt ein "Coaching" mit ein.

"Es ist uns wichtig, dass wir den Elan der Erzieherinnen und Erzieher durch positive Signale unterstützen", sagte Rau. Für die über 1.000 Kindergärten, die sich ebenfalls beworben haben, aber nicht berücksichtigt werden konnten, besteht deshalb die Mög-lichkeit an einer schriftlichen Befragung teilzunehmen. Damit verbunden ist eine Aus-wertung und Rückmeldung durch das Wissenschaftler-Team der beiden Pädagogi-schen Hochschulen. Dieses Angebot unterstreiche die Bedeutung, die der Arbeit und den Anregungen der Fachkräfte zukomme.

Weitere 700 Kindergärten in Baden-Württemberg sind über eine Zufallsstichprobe er-mittelt worden und erhalten ebenfalls einen Fragebogen. "Auf diese Weise gewinnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusätzlich repräsentative Ergebnisse", erklärte ergänzend Wissenschaftsminister Peter Frankenberg. Ingesamt seien über 1.700 Kindergärten Teil der wissenschaftlichen Untersuchung. "Die Pädagogischen Hochschulen Freiburg und Ludwigsburg haben unter Einbezug der Sonderpädagogik ein überzeugendes Konzept für die wissenschaftliche Begleitung erstellt", bilanzierte Frankenberg.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden