Zukunft eröffnen - bessere Chancen für unsere Kinder
Der Bildungsbericht der OECD macht auf das Versagen der deutschen Kultusministerien und ihrer Bildungspolitik deutlich. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Schulabgänger geht immer mehr zurück. Angesichts der erneut deutlich werdenden Mängel des deutschen Bildungssystems weisen wir auf die seit Jahren erhobene Forderung des Bundeselternrates hin: Unsere Schüler dürfen nicht länger in ihren Zukunftschancen beschränkt werden!
14.09.2004 Pressemeldung BundeselternratDie Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind nicht dümmer als in anderen Ländern der OECD - aber sie bekommen noch immer nicht die gleichen Chancen! Das muss anders werden.
Bildungsausgaben müssen als Investitionen in die Zukunft begriffen werden
In die Bildung und Erziehung in Kindergärten und Grundschulen muss mehr und gezielter investiert werden. Was wir in die Jüngsten investieren, bringt den höchsten Ertrag. Wir können es uns nicht länger leisten, dass im Kindergarten der privat finanzierte Anteil der Ausgaben doppelt so hoch ist wie im OECD-Mittel, denn darin wird das Desinteresse des Staates an der vorschulischen Erziehung und Bildung deutlich.
Warum werden bei uns für einen Grundschüler weitaus weniger Mittel zur Verfügung gestellt als in fast allen OECD-Ländern? Es ist nur schwer nachzuvollziehen, dass in Deutschland ein 7- bis 8-jähriger Schüler mehr als 20 Prozent weniger Unterrichtsstunden im Schuljahr hat als im OECD-Mittel. Im Oberstufenbereich geben wir für eine Minderheit dagegen mehr aus als in den meisten OECD-Ländern. Der Bundeselternrat fordert radikales Umsteuern!
Mehr Möglichkeiten, den Hochschulzugang zu erwerben
Die Studie zeigt auch im Bereich der weiterführenden Qualifikationen, wie berechtigt die seit Jahren erhobenen Forderungen des Bundeselternrates sind. Durch das frühe Sortieren der Schülerinnen und Schüler in die verschiedenen Schulformen werden enorme Ressourcen verschwendet. Jugendlichen wird die Chance der Qualifizierung für ein Studium genommen.
Eine bessere Lehrerbildung und neue Lehrerarbeitszeitmodelle
Eine Verbesserung der Unterrichtspraxis und der Lehrerbildung fordert der Bundeselternrat seit Jahrzehnten. Die Professionalität der Lehrer muss systematisch verbessert werden. Die Entwicklung einer guten Schule erfordert Personal, das diesen Prozess verantwortlich durchführt. Gemeinsame Zeit, Teamarbeit, Reflexion und Absprachen sind deshalb unerlässlich. Die Schule muss der Arbeitsort für Lehrer sein. Neue Arbeitszeitmodelle müssen entwickelt werden. Andere Professionen müssen die Schule selbstverständlich unterstützen.
Mehr Selbstständigkeit und Autonomie für Schulen
Bürokratische Strukturen müssen abgebaut werden. Die Entwicklung zu Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit der Schulen muss gefördert werden. Schulleitungen müssen entsprechend qualifiziert und gestärkt werden um ihre Managementaufgaben wahrnehmen zu können.
Die Frage nach der Schulstruktur ist gestellt
Schule muss Kompetenzen vermitteln und Chancengleichheit sicherstellen. Alle Schulen müssen alle Schüler individuell fördern und fordern. Wir können es uns nicht länger leisten, die Frage nach der Schulstruktur auszuklammern. Der Bundeselternrat fordert und fördert eine offene Diskussion über die Schulstruktur und das Bildungssystem aller Bundesländer und eine umfassende und unabhängige Information der Eltern über die Auswirkung der Schulstruktur auf die Qualität der Bildung.
National planen - regional entscheiden
Die Kultusminister müssen die bildungspolitische Kleinstaaterei überwinden und mehr als in der Vergangenheit zur Zusammenarbeit und zur Abstimmung kommen. Der BER fordert auch zukünftig die gemeinsame Bildungsplanung von Bund und Ländern, an der die Eltern zu beteiligen sind.
Keine Kommentare vorhanden